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Warum nur die feministische Wissenschaft zählt

Wie Ideologen die Wissenschaft vergewaltigen

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Das Worldwide Web fördert immer wieder erhellende Fundstücke zu Tage. So widmet sich aktuell Christian Schmidt in seinem Blog „Alles Evolution“ der Anmaßung feministischer Ideologen, die einzig gültige Form von Wissenschaft präsentieren zu wollen. Dabei bezieht er sich auf das Buch „Professing Feminism“, verfasst von zwei Frauen, die im Bereich Gender Studies unterrichten, denen es vor der Entwicklung in diesem Fachbereich aber mehr und mehr graust:

Students sometimes act as if the invitation to engage in a wholesale condemnation of nonfeminist writings and ideas were to be taken literally. Why should they have to read Darwin, Marx, or Freud when those authors wrote only sexist nonsense? A historical shift has clearly taken place when a Women’s Studies student feels justified in submitting a paper (as reported by a political science professor we interviewed) consisting of the single line: “Freud was a cancer-ridden, cigar-smoking misogynist.” And how reassuring the thought that one can ignore all science, all economic theory, and all technology because, after all, these brainchildren of “malefactors” just oppress women, as some Women’s Studies students now write on their affordable, efficient word processors while listening to a CD as their wrinkle-free jeans are being washed in the laundromat and their Stouffer’s spinach souffle is heating up in the microwave. What young female students in search of meaningful education most need is broad exposure to countervailing ideas. In a normal program of studies they would indeed receive such exposure, at the very least through distribution requirements in a comprehensive arts and sciences curriculum. But TOTAL REJ encourages them to discredit everything that is not feminist, and the highly charged moralistic atmosphere cultivated by Women’s Studies throws up hard-tosurmount barriers around the student who might wish to explore other points of view.

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Ich hatte über diese Entwicklung bereits 2001 in meinem Buch „Sind Frauen bessere Menschen?“ geschrieben: Die hier geschilderte Herangehensweise an die Wissenschaft treibt zumindest in den USA immer seltsamere Blüten. So halten die meisten Lehrerinnen im Fach „Frauenstudien“ Wissen an sich für eine „patriarchale Konstruktion“. Die Grenzen zwischen einem akademischen Fach und einer politischen Bewegung verschwimmen. Auch Logik, Intelligenz und Verstand werden als „phallozentrisch“ abgewertet, Wissenschaft als bourgeois und imperialistisch. Konsequent verkündet die feministische Theoretikerin Elizabeth Fee: „Wissen wurde als ein aggressiver Akt geschaffen – eine passive Natur musste vom Mann verhört werden, entkleidet, penetriert und gezwungen, ihre Geheimnisse zu enthüllen.“ Mary Ellmann und Catharine MacKinnon behaupten, dass Männer sich der Natur nähern wie Vergewaltiger einer Frau und Vergnügen daran haben, ihr Gewalt anzutun. Feministinnen haben MacKinnon zufolge erkannt, dass für Männer „wissen soviel wie ficken bedeutet“. (…) In einer ähnlichen Weise behauptet die Feministin Sandra Harding, Newtons Gesetze der Mechanik hätte man ebenso gut „Newtons Vergewaltigungshandbuch“ nennen können.

Margita Levin nennt weitere Beispiele für diese feministische Wissenschaftsfeindlichkeit in einem Artikel im „American Scholar“: Wenn etwa die Rede davon ist, dass bestimmte physikalische Objekte eine „Kraft ausüben“, die Evolution als ein „Kampf“ um die Erhaltung der Art geschildert wird oder erklärt wird, dass Tiere in Gegenden mit ungenügenden Lebensgrundlagen in „Wettbewerb“ miteinander treten, wird das als Beleg für die Herrschaft der männlich-aggressiven Denkweise gewertet. Das Gesetz von der Trägheit der Masse fuße Feministinnen zufolge auf dem Bedürfnis des Kapitalismus, das Geld im Umlauf zu halten, und das Ersetzen des ptolemäischen Weltbildes (die Sonne dreht sich um die Erde) durch das kopernikanische (die Erde dreht sich um die Sonne) wird als Bezwingung des femininen durch das maskuline Denken kritisiert. Margita Levins Reaktion auf die Vertreterinnen solcher Thesen lässt sich in einem Satz auf den Punkt bringen: „Denken Sie, wir hätten eine Wahl..?“

„Es ist sehr schwierig, Studentinnen, die in der feministischen Perspektive trainiert sind, zu unterrichten“, erklärt ein Professor in den USA. „Sie misstrauen allem, was Sie sagen. Für sie ist Vernunft an sich patriarchal, linear und unterdrückerisch. Sie können nicht mit ihnen argumentieren.“ Die feministische Soziologin Lois Hoeffler, deren Untersuchungen zufolge Frauen öfter und schwerer depressiv als Männer seien, reagierte auf den Vorwurf, ihre Untersuchung sei unwissenschaftlich durchgeführt worden, mit dem Statement, sie sei an „phallozentrischer Theorie“ nicht interessiert. „So vieles der Psychologie beruht darauf, dass Männer Frauen unterdrücken. Ich kann damit nicht umgehen.“ Sie erwarte mit einer steigenden Zahl feministischer Forscherinnen, dass immer mehr Studien und Umfragen dieses neue Bewusstsein widerspiegeln würden.

Erin Pizzey, selbst engagierte Frauenschützerin, bereitet Männerhass als Studienziel indes eher Sorge: „Ich fand Schulen voll mit Lehrerinnen, die nicht Lehrer, sondern politische Aktivistinnen waren.“ Pizzey bezeichnet es ganz offen als „Gehirnwäsche“, was hier an Generationen junger Frauen vorgenommen wird.

Elf Jahre nach der Veröffentlichung meines Buches ist vor allem am Zustand der deutschen Wikipedia abzulesen, wohin dieser totalitäre Anspruch der feministischen „Wissenschaft“ geführt hat: Im Eintrag „Männerrechtsbewegung“ dürfen ausschließlich feministische Einschätzungen stehen bleiben; wer widerspricht, wird gesperrt. Ideologische Kampfschriften von Feministen wie Thomas Gesterkamp und Hinrich Rosenbrock werden auf den Diskussionsseiten zu verschiedenen Einträgen zwar als parteiisch, wenn nicht pseudowissenschaftlich erkannt, bleiben aber als Quellen für Tatsachenbehauptungen problemlos in den Artikeln stehen. Das Management von Wikimedia Deutschland erklärt sich mit den Feministinnen „auf einer Linie“. Und wie vergangene Woche „eigentümlich frei“ berichtete, soll das offenbar erst der Anfang sein. So erklärte unlängst die Feministin Julia Kloppenburg, Projektassistentin des Vereins Wikimedia: „Viel Wissen, auf welches heute am ehesten zugegriffen wird, ist aus einer weiß-männlich dominierten Wissensproduktion heraus entstanden. Bis heute bleibt dieses Wissen unmarkiert im Gegensatz zu anderen Wissensproduktionsformen, so gibt es ‚Geschichte‘ dann zusätzlich als ‚das Andere‘, aber mittlerweile beispielsweise Black History oder feministische Geschichte.“ Was man wohl auf folgende Weise in Klartext übersetzen darf: Vielen Dank, Jungs, dass ihr die Wikipedia mit so viel Arbeit aufgebaut und ihr zur allgemeinen Anerkenung verholfen habt. Jetzt brauchen wir diese weiß-männliche Wissensproduktion nur noch durch die feministische Wissenschaft zu ersetzen, und fertig ist der Lack. Die doofen Männerrechtler waren nur die ersten, denen mit diesem Austausch die Fresse poliert wurde.

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