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Apartheid 2.0: Der Friedhof der Lesben

Ich dachte ja erst, es wär ein Aprilscherz.

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Heute morgen seh ich am Straßenrand eine Zeitungsverkäuferin mit der BZ, das lokale Berliner Käseblatt für die Bevölkerungsschichten, die gerade so etwas besser und etwas längere Texte lesen können als die BILD-Leser. Titel-Seiten-Schlagzeile „Erster Berliner Friedhof nur für Lesben”.

Ich habe erst mal gelacht. Wie geil, dass die jetzt mal mit dem April-Scherz die Lesben durch den Kakao ziehen. Das ist mir die 70 Cent wert. Gekauft.

*Stutz*

Ganz oben steht in kleinerer Schrift „In dieser BZ stecken drei April-Scherze”. Und kleiner: „Die Schlagzeile gehört aber nicht dazu.” Die waren sich wohl bewusst, dass man das für einen Aprilscherz halten musste und stellten extra klar, dass das keiner sei. Ich, so etwas ungläubig: „Wie, das ist kein April-Scherz?” Die Verkäuferin total begeistert und voll überzeugend (war anscheinend auch ne Lesbe, obwohl freundlich und lustig), meinte gleich, ja, der wäre echt, würde am Sonntag eröffnet.

Ist inzwischen online. Auch der Tagesspiegel. Die BILD berichtet auch darüber.

Zitat aus der BZ:

“Wir leben mit Lesben zusammen und wollen auch mit Lesben begraben werden”, sagt eine der Organisatorinnen zur B.Z. […] Doch wozu braucht Berlin einen Lesbenfriedhof? “Wir freuen uns sehr über dieses Projekt. Das ist ein schöner und ehrenvoller Gedenkort und Kulturraum für lesbische Frauen. Die Initiative sollten auch andere Städte ergreifen”, sagt Renate Rampf, Sprecherin des Lesben und Schwulenverbands (LSVD) in Berlin. […] Die Lesben haben sich ihre Grabstätte schon reservieren lassen. “Wir haben sehr viele Interessentinnen. Da viele von uns weit über 40 sind, müssen wir den Tod langsam ins Leben holen”, sagt die Organisatorin.

Bild:

Auch Monika Herrmann (49, Grüne), Bezirksbürgermeisterin in Friedrichshain-Kreuzberg, hat selbst mal mit einer Frau zusammengelebt, findet: „Wenn man in einer Gemeinschaft lebt, ist es nur folgerichtig, dass man sich auch Gedanken über das gemeinsame Sterben macht.“

Tagesspiegel:

Das Begräbnisfeld für Lesben sei zu vergleichen mit einem Familiengrab. In diesem Fall sei es die Verbundenheit zu einer Community, der über den Tod hinaus Ausdruck verliehen werden soll.

Liebe Lesben, ich will Euch ja nicht die Pointe versauen, aber wenn man stirbt, dann ist man tot. Da merkt man nicht mehr, neben wem man liegt. Das funktioniert so nicht, wie Ihr Euch das vorstellt, auch wenn Ihr Euch da mit 40 schon hinlegt. Community ist da nicht. Es sei denn freilich, Ihr macht da so ein gemeinsames Suicide-Event draus.

Die Frage ist vielmehr, wie man eigentlich drauf sein muss, um so eine Nummer abzuziehen.

Mit sexueller Orientierung kann’s ja nichts mehr zu tun haben.

Mit kultureller Orientierung kann es auch nichts mehr zu tun haben.

Eigentlich kann das nur noch so ein extremer Männer- und Menschenhass sein, dass die sich schon mit 40 damit beschäftigen, wie sie verhindern, neben einem Mann beerdigt zu werden. Meines Erachtens ist das keine sexuelle oder kulturelle Orientierung mehr, sondern eine ernsthafe psychische Erkrankung. Da ist man doch nicht mehr sozialtauglich.

Was für einen krankhaften Gesellschaftshorror muss man haben, wenn man sich so sorgt, neben wem man auf dem Friedhof liegt? Wie soll sich jemand, der sich für den Tod solche Sorgen und Probleme macht, in einer lebenden Gesellschaft normal bewegen können?

Stellt Euch mal vor, was da los wäre, wenn da jemand einen Teil des Friedhofs „nur für Deutsche” reservieren wollte.

Ach, kommt Euch bekannt vor? Ja, sie haben mal wieder aus dem Mülleimer der Weltgeschichte gefressen. So ne Einteilung der Friedhöfe nach Rasse gab’s ja schon mal, und in den feministischen Schriften heißt es ja, dass nur die Frauen genetisch gesund wären, weil das Y-Chromosom ein verkrüppeltes sei. Der Tonfall ist bekannt. Werden da jetzt wieder so „genetisch gesunde” Bereiche in Friedhöfen eingerichtet?

Es gibt ja in feministischen Schriften die Auffassung, dass nur Lesben natürlich wären, alles andere wäre durch kulturellen Druck verbogen und nicht mehr in der Lage, eigenbestimmt zu handeln. Deshalb spricht man ja allen anderen die Befähigung zu einvernehmlichem Sex ab, weil man sie für geistig nicht mehr zurechnungsfähig hält. Die meinen ja, sie wären was besseres und so eine Art Edel-Sorte Mensch, die besseren, reinen, sauberen, natürlichen, nicht kulturell vermurksten. Und jetzt so ne Art Friedhofshygiene. Erinnert Ihr Euch noch daran, dass ich diesen Gender-Queer-Feminismus mit Scientology ziemlich ähnlich halte? Die halten sich dort ja auch für „clear” und was besseres aufgrund ihrer Reinigungs- und Isolierungspraktiken. Wieder so ne Parallele.

In Südafrika sind sie enorm stolz darauf, solchen Apartheids-Mist abgeschafft zu haben. Den ganzen Apartheids-Krempel wie etwa die nach Rassen getrennten und beschrifteten Parkbänke findet man nur noch in Museen. Zum Beispiel im District-Six-Museum in Kapstadt (sehr sehenswert, sollte man besuchen), das sich der Aufklärung über Apartheid verschrieben hat. Ich glaube, ich werde dann mal fotografieren gehen, ein paar Fotos vom nach Genen abgetrennten Friedhofsbereich machen und denen ins Museum schicken. Von wegen es wäre vorbei. Fehlt nur noch die Friedhofsparkbank nur für Lesben.

Kann man nämlich auch anders sehen: Dieser Teil des Friedhofs ist für männliche Menschen und für solche mit der politisch falschen sexuellen Orientierung tabu. Ging’s nicht gerade darum, sowas in Deutschland abzuschaffen?

Nehmt Euch mal Zeit, stellt Euch mal vor, was hier los wäre, wenn man einen Teil des Friedhofs für männliche, heterosexuelle Menschen reservieren würde. Mit der Begründung, man würde doch lieber unter sich bleiben….

Dann gäbe es hier Bürgerkrieg.

Wo aber wäre der sachliche Unterschied?

Nachtrag: Der größte Brüller ist ja, dass ein Teil dieser „Gender-Queer-Verfechter” sich für „Antifa” hält und da so ein Rassentrennungsregime unterstützt.

Nachtrag 2: Was kommt als Nächstes? „Lesben! Kauft nicht bei Männern!” – Ach, sowas ähnliches haben wir ja schon.

Der Artikel erschien zuerst in Hadmut Danischs Blog.

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