PlanWerbung nhbg5612

Gewalt gegen Jungen ist okay: Bitte spenden Sie jetzt!

Ein Brief an das Kinderhilfswerk Plan

Sehr geehrte Damen und Herren vom Kinderhilfswerk Plan,
ich hatte zunächst lange nach der Pointe gesucht. „Gewalt gegen Mädchen“ steht auf Ihren Plakaten, das Wort Gewalt ist dick und rot durchgestrichen, und daneben sieht uns ein großes Mädchengesicht an. Eine aggressive Kampagne, mit Anzeigen und Beilagen in vielen Medien und Plakaten in mehreren Städten, oft gleich mit drei oder vier Plakaten nebeneinander, immer mit demselben Bild und Text.

Warum aber wird nur Gewalt gegen Mädchen kritisiert, nicht gegen Kinder? Ich bin seit vielen Jahren Lehrer und für Jungen und Mädchen natürlich gleichermaßen verantwortlich, und ich bin auch Vater eines Jungen. Warum sollte eine offenbar große Organisation sehr viel Geld ausgeben, um gegen die Gewalt gegen Mädchen zu protestieren, Jungen dabei aber ohne Angabe von Gründen auszulassen?

Also suchte ich auf den Plakaten nach Hinweisen darauf, fand aber keine. Ich suchte nach alternativen Plakaten mit einem Jungengesicht oder einfach mit einem Bild von Kindern und den Slogans „Gewalt gegen Jungen“ oder „Gewalt gegen Kinder“, in denen das Wort Gewalt ebenso deutlich durchgestrichen wird – ich fand aber keine. Dafür immer dasselbe Mädchengesicht, dies aber viele dutzend Male.

Nun bin ich gerade gestern noch einmal an diese Kampagne erinnert worden, als einer der bekanntesten deutschen Blogger in einem Text am Beispiel der Terrorgruppe Boko Haram kritisierte, dass die weltweite Gewalt Jungen nicht annähernd so ernst genommen werde wie die Gewalt gegen Mädchen – er verlinkte dazu Ihr Plakat. Ich habe dann auf Ihrer Homepage nachgelesen, wie sie die Fixierung auf Mädchen – statt auf Kinder – begründen und bin nun noch ratloser als zuvor.

Tragen Jungen keine Bürden?

Sie stellen dort eine Reihe von Behauptungen auf, von denen sie keine belegen, nicht einmal im Kleingedruckten. Gleich von mehreren dieser Behauptungen weiß ich, dass sie so nicht zutreffen.

„Denn in vielen Entwicklungsländern ist es eine Bürde, ein Mädchen zu sein. Mädchen werden dort täglich von Geburt an in ihren Menschenrechten verletzt (…)“

Das aber gilt auch für Jungen. Zudem gilt es natürlich auch für Erwachsene, nicht allein für Kinder – dass Sie sich aber auf Kinder konzentrieren, verstehe ich, nur die Konzentration auf Mädchen bleibt rätselhaft.

Wir sollten also eine Patenschaft für Mädchen übernehmen – dafür werben Sie. Bei Mädchen nämlich sei die „Sterblichkeitsrate (…) sehr viel höher als bei Jungen.“ Nach dem Unicef-Report A Promise Renewed, der sich mit der Bekämpfung der weltweiten Kindersterblichkeit beschäftigt, gibt es tatsächlich noch neun Länder, im Nahen Osten und in Südostasien, in denen die Sterblichkeitsrate von Mädchen unter fünf Jahren deutlich höher ist als die von Jungen. (S. 34)

Der Schwerpunkt der Kindersterblichkeit ist jedoch weiterhin Afrika, im Jahr 2015 sind fast sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren gestorben, Krankheiten und Mangelernährung sind die wesentlichen Todesursachen, der wesentliche soziale Grund ist nicht die Geschlechtszugehörigkeit der Kinder, sondern die Armut ihrer Familien.

Weiter schreiben Sie:

„Das Risiko, sich mit dem HI-Virus anzustecken, ist für Mädchen drei- bis sechsmal höher als für gleichaltrige Jungen.“

Es gibt tatsächlich höhere Ansteckungsgefährdungen für Mädchen in manchen Gebieten, nämlich südlich der Sahara – die Bundesregierung und die SOS-Kinderdörfer beschreiben dort ein doppelt so hohes Ansteckungsrisiko für Mädchen. Die meisten Kinder infizieren sich insgesamt aber durch Mutter-Kind-Übertragung, das gilt für Jungen ebenso wie für Mädchen. Der von Ihnen erweckte Eindruck, weltweit sei das HIV-Risiko für Mädchen bis zu sechsmal so hoch, ist offenkundig falsch.

„Häufig sind Mädchen Gewalt und Missbrauch ausgesetzt.“ Das stimmt, aber das gilt eben auch für Jungen. Eine Studie des US-Justizministeriums ergab 2008, dass 45 Prozent aller minderjährigen Prostituierten in New York männlich waren. Ric Curtis, Professor des College of Criminal Justice in Manhattan, beklagt wütend, dass diese Jungen „in Hilfseinrichtungen keine Chance haben“ (Hoffmann, Plädoyer, S. 218) Laut der Initiative Restore One machen Jungen etwa die Hälfte des weltweiten Kinderhandels aus.

Einige Gewalt, die Kinder erleben, ist sogar spezifisch gegen Jungen gerichtet. Beim brutalen Krieg in Ruanda versuchten manche Eltern, ihre kleinen Jungen als Mädchen auszugeben, weil Jungen – auch Säuglinge – sofort getötet wurden. (Hoffmann, S. 200) Die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram hatte vor ihrer spektakulären Entführung von Mädchen Jungenschulen angegriffen und Jungen systematisch abgeschlachtet. Weltweite Beachtung aber fand erst die Entführung der Mädchen in der Bring Back Our Girls-Kampagne.

„In einigen Kulturen leiden sie (die Mädchen, L.S.) an den Folgen der Genitalverstümmelung.“ Das gilt auch für Jungen – die Jungenbeschneidung wird gerade in westlichen Medien weniger ernst genommen als die von Mädchen, sie wird von Kinderärzten aber einmütig als unnötiger und riskanter Eingriff verurteilt. Medizinisch sind Beschneidungen bei Jungen ebenso wenig zu rechtfertigen wie bei Mädchen, wenn sie aus kulturellen oder religiösen Gründen durchgeführt werden.

„Und viel zu oft werden sie zur Kinderarbeit gezwungen und können die Schule nicht abschließen.“ Ja – aber Sie bleiben einen Hinweis schuldig, warum das auf Mädchen zutreffe sollte, aber nicht auf Jungen.

Richtig ist natürlich, dass Mädchen „häufig noch als Kinder schwanger und viel zu früh Mütter“ werden – das ist, aus biologischen Gründen, ein deutlicher Nachteil von Mädchen gegenüber Jungen. Jungen werden umgekehrt deutlich häufiger als Kindersoldaten verschleppt und missbraucht. Finde Sie es wirklich angemessen, das eine gegen das andere aufzuwiegen, nur um nicht „Gewalt gegen Kinder“, sondern allein „Gewalt gegen Mädchen“ zu verurteilen?

Es gibt Bereiche und Länder, in denen Mädchen stärker leiden als Jungen – was nicht bedeutet, dass es den Jungen dort gut geht. Dass aber Mädchen weltweit stärker als Jungen von Gewalt und Elend betroffen seien, lässt sich nicht halten – Sie suggerieren eine besondere Belastung für Mädchen, ohne sie belegen zu können.

Selbst wenn Sie aber zeigen können, dass Mädchen in manchen Gegenden der Welt und auf manche Weise stärker leiden als Jungen, und selbst wenn sie die Frage vermeiden, ob das andernorts nicht umgekehrt ebenso für Jungen gilt – selbst dann wäre es nicht zu rechtfertigen, die Gewalt gegen die einen Kinder offen zu verurteilen, die Gewalt gegen die anderen Kinder aber nicht.

Wie man dafür wirbt, nicht für notleidende Jungen zu spenden

Da die radikale Einseitigkeit Ihrer Kampagne also auf keinen Fall dadurch zu rechtfertigen ist, dass Jungen weltweit weniger als Mädchen unter Gewalt litten, habe ich nach anderen Gründen gesucht. Könnte es vielleicht sein, fragte ich mich, dass ansonsten die meisten Hilfsangebote für Jungen gemacht werden und dass es daher nötig ist, zum Ausgleich demonstrativ und aggressiv allein zum Schutz von Mädchen zu werben?

Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall. Dass nach der kanadischen Studie Under the Radar. The Sexual Exploitation of Young Men sexuelle Ausbeutung bei Jungen im Schnitt früher beginnt und später endet als bei Mädchen, wird dort damit erklärt, dass Jungen deutlich weniger Hilfsangebote haben. (auch Hoffmann, S. 220)

Als ich mich über Kindersoldaten informierte, fiel mir auf, dass der Artikel dazu auf der Terre des Hommes-Website sorgfältig geschlechtsneutral formuliert war, was die deutlich größere Betroffenheit von Jungen gegenüber Mädchen verschleiert. Dafür enthält die Seite ein eigenes Kapitel mit dem Titel Mädchen stärken – hier wird die Geschlechtszugehörigkeit plötzlich explizit.

Das Beispiel ist durchaus typisch: Deutlich stärker als Jungen oder Männer werden Mädchen oder Frauen als Opfer wahrgenommen, in internationalen Kampagnen wie im Flüchtlingsrat der Vereinten Nationen (Hoffmann, S. 231) Sie gleichen also mit Ihrer Kampagne nichts aus, sondern verstärken bestehende Einseitigkeit noch.

Also überlegte ich weiter. Auch wenn die rätselhafte Fixierung auf weibliche Kinder sachlich nicht zu begründen ist, so sei sie vielleicht doch auf andere Weise zu legitimieren. Da finanzielle Mittel begrenzt sind und wir nicht allen zugleich helfen können, müssten wir nun einmal irgendwo anfangen – warum also nicht bei den Mädchen? Mädchen werde dadurch geholfen, Jungen aber nicht geschadet – was sei daran auszusetzen?

Diese Argumentation krankt daran, dass sie – einfach nicht stimmt. Natürlich schadet eine systematische Einseitigkeit der Empathie Menschen. Gerade die große Aggressivität Ihrer Kampagne, der offenbar enorme Einsatz von Mitteln für sie zeigt ja, dass Hilfsorganisationen um Mittel konkurrieren. Das Geld, das Sie für Ihre Kampagne einnehmen, wird tendenziell Hilfsorganisationen fehlen, die sich für Kinder allgemein, und nicht allein für weibliche Kinder, einsetzen. Genau genommen werben Sie also nicht um Spenden für Mädchen – Sie werben darum, NICHT FÜR JUNGEN zu spenden.

Sie setzen viel Geld ein, um die Botschaft unter die Menschen zu bringen, dass Gewalt gegen Mädchen verhindert, Gewalt gegen Jungen aber nicht einmal erwähnt werden müsse.

Mehr noch: Es geht dabei nicht einmal nur um Spenden, sondern um Patenschaften. Wir sollen ganz persönlich für ein Kind die Verantwortung als Pate übernehmen – solange dieses Kind nicht männlich ist.

Wie Aufrufe zur Mitmenschlichkeit ummenschlich werden können

Doch auch hier in Deutschland richten Ihre Plakate nach meiner Überzeugung Schaden an. Stellen Sie sich vor, jemand würde eine Kampagne fahren mit dem Slogan „Keine Gewalt gegen blonde Kinder“ – natürlich würde unterschwellig Gewalt gegen dunkelhaarige oder rothaarige Kinder als weniger gravierend erscheinen, vielleicht gar als legitim.

Oder stellen Sie sich vor, es hätte gerade ein Bürgerfest gegeben, das von Einheimischen und Flüchtlingen veranstaltet und dann von einer Gruppe gewalttätiger Nazis überfallen wurde (leider ist die gegenwärtige politische Situation ja so, dass ein solches Beispiel nicht völlig hergeholt ist). Stellen Sie sich weiter vor, Politiker würden danach empört die „Gewalt gegen Deutsche“ verurteilen. Wäre es nicht völlig gerechtfertigt, diesen Politikern dann vorzuhalten, eine sinnlose und willkürliche Trennung zwischen deutschen und ausländischen Opfern zu machen und die ausländischen Opfer zu verharmlosen?

Wenn mein Sohn an Ihren Plakaten vorbei geht, dann erfährt er, dass Gewalt gegen Mädchen schlecht sei – von Gewalt gegen Jungen steht da nichts. Ob Sie es wollen oder nicht, Sie drücken damit aus, dass Gewalt gegen Jungen weniger gravierend sei als die gegen Mädchen, und dass allein die letztere wirklich zu verurteilen sei. Das vermitteln sie ebenso den Kindern selbst wie den Erwachsenen, die ihnen vielleicht Gewalt zufügen.

So lange ich auch darüber nachdenke – ich finde keine Möglichkeit, die Einseitigkeit Ihrer Kampagne zu legitimieren. Ich finde nicht einmal einen plausiblen Grund dafür – mit einer Ausnahme.

In der Konkurrenz der Hilfsorganisationen steht jede von ihnen unter dem Druck, sich von anderen zu unterscheiden, sich besonders hervorzuheben. Sie tun das einerseits dadurch, dass Sie besonders viel Geld für die Werbung einsetzen. Sie tun es andererseits dadurch, dass Sie offenbar kalkulieren, eine auf Mädchen zugeschnittene Kampagne würde mehr Menschen ansprechen als eine Kampagne, die Gewalt gegen Kinder allgemein verurteilt.

Dass der Slogan „Bring Back Our Girls“ zu einem weltweiten Erfolg wurde und die männlichen Kinder, die Boko Haram abgeschlachtet hat, dabei übersehen wurden – das spricht dafür, dass Ihr Kalkül aufgehen könnte. Das macht es aber nicht weniger unmenschlich.

Mit Ihrem Kalkül selektieren Sie vom sicheren Deutschland aus Kinder weltweit nach einem willkürlichen Kriterium, dem der Geschlechtszugehörigkeit – und Sie unterteilen sie in Kinder, denen Schutz und Hilfe zustehen, und Kinder, denen Schutz und Hilfe nicht zustehen.

Sie, als Erwachsene, selektieren Kinder in die, deren Menschenrechte ernst genommen werden, und die, deren Menschenrechte vernachlässigt werden können.

Damit ist ihre Fixierung auf Mädchen nicht allein jungenfeindlich, sondern kinderfeindlich. Kindern wird von Ihnen nicht deshalb geholfen, weil es nun einmal Kinder sind, weil sie schutzbedürftiger, hilfloser und verletzlicher sind als Erwachsene. Kindern wird geholfen nach den jeweiligen Vorlieben spendenbereiter Erwachsener in den westlichen Ländern. Damit aber geht es nicht um die Kinder, sondern um die willkürlichen Maßstäbe Erwachsener.

Das ist in meinen Augen nicht nur, aber auch deshalb gravierend: Überall dort, wo die Empathie für Menschen völlig verschwand, wo ziviles Mitgefühl völlig zusammengebrochen ist – überall dort hat es mit einigen Gruppen angefangen, denen dieses Mitgefühl versagt wurde.

Sie versagen Empathie ausgerechnet Kindern – denen gegenüber wir als Erwachsene eigentlich ganz besondere Verantwortung tragen müssten. Da es aber um Kinder geht, ist der demonstrative Empathieentzug besonders gravierend und besonders verstörend.

Oder liege ich falsch? Hat Ihre Konzentration auf Mädchen vielleicht Gründe, auf die ich nicht gekommen bin?

Oder setzen Sie sich für Kinder allgemein ein, nicht  selektiv nach Geschlecht sortiert – nur dass ich das übersehen hätte?

In dem Fall wäre ich wirklich dankbar für eine Antwort – und für eine Klärung des verstörenden Eindrucks, den Ihre Kampagne hinterlassen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Lucas Schoppe

Ich habe mich mehrmals auf folgendes Buch bezogen, das über die zitierten Passagen hinaus noch eine Unmenge weitere Informationen zum Thema enthält: Arne Hoffmann: Plädoyer für eine linke Männerpolitik, 2014.

Der Artikel erschien zuerst auf man tau.

PlanWerbung nhbg5612

Ähnliche Beiträge

  • |

    Rezension: “Frauenquoten – Quotenfrauen” von G. Amendt

    Das Thema „Frauenquote“ ist ein Dauerbrenner. Es wird von der Politik immer wieder auf die Tagesordnung gebracht. In den Mainstreammedien wird eine Hurra-Propaganda für die Frauenquote betrieben, wobei gebetsmühlenartig immer wieder dieselben Parolen und Forderungen vorgetragen werden. Kritische Beiträge zur Frauenquote werden äußerst selten veröffentlicht. Umso erfreulicher und für die Quoten-Debatte förderlicher ist es, dass der renommierte Geschlechterforscher Gerhard Amendt seine kritischen Ansichten zur Frauenquote…

  • Kleine Geschichte des Familienrechts in der BRD

    Die beste Art zu lügen, ist die Verbreitung von Halbwahrheiten, eine Technik, die Feministinnen perfektioniert haben. Speziell wenn es um die Gesetzesreformen der jungen BRD geht.  Die Mär von der Knechtschaft der Frau Vor 1962 durften Frauen kein eigenes Bankkonto führen, wird kolportiert. Was den falschen Eindruck erweckt, Männer hätten im Gegensatz dazu über ein Konto verfügt. Tatsächlich wurden bis 1957 Löhne und Gehälter grundsätzlich…

  • Cuncti-Dossier „Contra Frauenquote“

    Die Frauenquote scheint eine beschlossene Sache zu sein. Die börsenorientierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen sollen ab 2016 verpflichtet sein, 30 Prozent der Aufsichtssitze mit Frauen zu besetzen. Die Frauenquote wird die Bundesrepublik grundlegend verändern, denn sie verstößt gegen fundamentale Prinzipien unserer Gesellschaft: – Der Individualismus wird zugunsten des Kollektivismus aufgehoben; Menschen werden nicht mehr als Individuen in ihrer Individualität, sondern als Repräsentanten von Kollektiven (die Frauen…

  • Menschenrechte in Beton

    Zur Achtung der Menschenrechte in Deutschland. Update 2015 „Menschenrechte sind in der Bundesrepublik offenbar nur deklamatorischer Natur.“ Dieser Satz bezieht sich auf das deutsche Familienrecht und ist mehr als zwanzig Jahre alt. Er stammt aus dem Essay „Die Achtung der Menschenrechte in Deutschland – Anspruch und Wirklichkeit. Gedanken zum Jahr der Familie“, den Prof. Dr. Michael Reeken im Jahr 1994 in der Fachzeitschrift „Zentralblatt für Jugendrecht“ veröffentlicht hat….

  • Qualifikation statt Quote

    Ralf E. Geiling interviewt Günter Buchholz Prof. Buchholz, halten Sie eine gesetzlich geregelte Frauenquote für sinnvoll? Was ist eine Frauenquote? Eine Frauenquote ist nicht Ausdruck des Leistungsprinzips, sondern Ausdruck des konkurrierenden Proporzprinzips, das beispielsweise in der Parteipolitik weithin üblich ist. Stellen oder Positionen werden bei Anwendung des Proporzprinzips nicht nach den Entscheidungskriterien Eignung und Leistung, sondern nach einem willkürlich gewählten Entscheidungskriterium vergeben. Im Falle der…

  • Struktur-, Führungs- und Glaubwürdigkeitskrise im Bundesforum Männer

    5. April 2016, von der Redaktion Mehrere geschlechterpolitische Organisationen klagen in einem offenen Brief an den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages. Gegenstand der Beschwerde ist das „Bundesforum Männer“. Obwohl das Bundesforum sich „formal als Interessenverband für Jungen, Männer und Väter bezeichnet, vermeidet er Stellungnahmen zu aktuell drängenden und auf Lösungen wartenden Problemen“, heißt es in dem Brief. Zudem verweist das Schreiben auf…