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Struktur-, Führungs- und Glaubwürdigkeitskrise im Bundesforum Männer

5. April 2016, von der Redaktion

Mehrere geschlechterpolitische Organisationen klagen in einem offenen Brief an den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages. Gegenstand der Beschwerde ist das „Bundesforum Männer“.

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Obwohl das Bundesforum sich „formal als Interessenverband für Jungen, Männer und Väter bezeichnet, vermeidet er Stellungnahmen zu aktuell drängenden und auf Lösungen wartenden Problemen“, heißt es in dem Brief. Zudem verweist das Schreiben auf „strafrechtlich relevante Aktivitäten des Vorstandsvorsitzenden des Bundesforums Männer“ – Martin Rosowski. Wir veröffentlichen den Brief nachfolgend im Originaltext.

An den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Dt. Bundestages z.H. Herrn Paul Lehrieder MdB – Ausschussvorsitzender, z.H. alle Mitglieder (m/w) des Bundestagsausschusses

Offener Brief

Struktur-, Führungs- und Glaubwürdigkeitskrise im Bundesforum Männer

strafrechtlich relevante Aktivitäten des Vorstandsvorsitzenden des Bundesforums Männer

Sehr geehrter Herr Lehrieder, sehr geehrte Damen und Herren Mitglieder im Familienausschuss des Dt. Bundestages,

das Bundesforum Männer, ein im Jahr 2010 unter Geburtshilfe durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) top down gegründeter Verband, erlebt eine bedeutsame mehrschichtige Krise.

Das Bundesforum Männer – ein Potemkin´sches Dorf ?

Strukturelle und inhaltliche Defizite des Bundesforums Männer werden sichtbar im Vergleich der öffentlichen Selbstdarstellung des Verbandes mit seinen (nicht) erlebbaren politischen Forderungen. Obwohl sich der Verein formal als Interessenverband für Jungen, Männer und Väterbezeichnet, vermeidet er Stellungnahmen zu aktuell drängenden und auf Lösungen wartenden Problemen. Die teilweise skandalösen Lebenswirklichkeiten von getrennt lebenden Vätern werden tabuisiert, ebenso die Sorge vieler Männer wegen möglicher Benachteiligungen durch Quotenregelungen im Berufs- und Universitätsbetrieb. Jungs als Bildungsverlierer? Kein Thema beim Bundesforum Männer.

Die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau auch nach Auflösung der Paarbeziehung? Die Forderung nach Umsetzung der einstimmigen Resolution des Europarats von 2015, die die gleichberechtigte Betreuung von Kindern nach der Trennung für Mütter und Väter einfordert? Kein Wort dazu vom Bundesforum Männer.

Biologische Vaterschaft, Scheinväterregress, Eltern-Kind-Entfremdung, die diskriminierende steuerliche Behandlung von getrennt lebenden Müttern und Vätern, die Asymmetrie im Unterhaltsrecht? Wird durch das Bundesforum Männer nicht thematisiert.

Das Bundesforum Männer ein Potemkin´sches Dorf – finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend?

Unsichtbarmachen der Bedürfnisse von Jungen, Männern und Vätern

Anstelle dessen erleben wir beim Bundesforum Männer ein reflexhaftes Zitieren von Forderungen des Dt. Frauenrats und anderer Frauenverbände.

In der Zivilbevölkerung wird das Bundesforum Männer praktisch nicht wahrgenommen. Bei geschlechterpolitisch Interessierten hat es seine Glaubwürdigkeit verspielt; es wird wahrgenommen als ein politisches Konstrukt mit der Aufgabe, die Bedürfnisse von Jungen, Männern und Vätern unsichtbar zu machen.

Die persönliche Führungs- und Glaubwürdigkeitskrise des Vorsitzenden

Zu dieser strukturellen Krise gesellt sich nun die persönliche Führungs- und Glaubwürdigkeitskrise des Vorstandsvorsitzenden Martin Rosowski. Seine gezielten Verleumdungen und Beleidigungen anlässlich eines Kongresses über die Bedürfnisse von Jungen, Männern und Vätern im November 2015 sind Gegenstand von laufenden Strafanzeigen und einer Beschwerde beim zuständigen Bundesministerium (Kopie des Schreibens an Frau Bundesministerin Schwesig v. 13.03.16 anbei).

Die geschilderte Entwicklung macht die unterzeichnenden Nichtregierungsorganisationen besorgt. Sie bitten bzw. fordern Sie deshalb dazu auf, 

  • den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden des Bundesforums Männer Martin Rosowski einzufordern.
  • sich für ein einstweiliges Aussetzen der laufenden finanziellen Zuwendungen an das Bundesforum Männer von Seiten des BMFSFJ einzusetzen.
  • die Neugründung eines alternativen und authentischen Verbandes politisch zu unterstützen, der bereit ist, die Interessen von Jungen, Männern und Vätern zu kommunizieren. Das bisher dem Bundesforum Männer zustehende Budget soll dazu umgewidmet werden.

Die unterzeichnenden Initiativen bitten um Nachricht darüber, welche Maßnahmen Sie ergreifen werden, um das geschilderte Dilemma politisch lösen zu helfen.

Als ersten Schritt dazu fordern die unterzeichnenden Initiativen die Einberufung eines „Runden Tisches“, der viele bisher unberücksichtigte Akteure und Nichtregierungsorganisationen zum offenen Austausch einlädt.

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung und sehen Ihrer Stellungnahme / Ihrer Einladung erwartungsvoll entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Riedmeier, Forum Soziale Inklusion e.V. (1. Vorsitzender)

Thomas Walter, MANNdat e.V. (1. Vorsitzender)

Hartmut Wolters, Düsseldorfer Kreis (1. Vorsitzender)

Torsten H. Sommer, Ziegelsteiner Deklaration, Nürnberg

André Rossnagel, Väter-Netzwerk e.V. (2. Vorsitzender)

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