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Väter sind keine Unterhaltspreller

Väterverbände weisen auf prekäre Lage vieler Väter hin

Pressemitteilung der Interessengemeinschaft Jungen Männer Väter (IG-JMV)

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Berlin. „Väter sind keine Unterhaltspreller!“ Mit dieser Feststellung wendet sich Gerd Riedmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV) entschieden gegen die pauschalen Unterstellungen aus der Politik. Bundesfamilienministerin Giffey beispielsweise hatte erst am 22.08.2018 zum Ärger vieler getrennt erziehender Väter davon gesprochen, säumige Väter mit Führerscheinentzug zu bestrafen: „Wer nicht zahlt, läuft“. 

Aus einer solchen Aussage spreche, so Riedmeier, überdeutlich eine undifferenzierte und untragbare Haltung gegenüber unterhaltspflichtigen Vätern. Hier werde auf Kosten von Männern Stimmung gemacht, ohne dabei einen Gedanken an die Hintergründe und persönlichen Lebenssituationen Betroffener zu verschwenden. 

Die Interessengemeinschaft weiß hingegen aufgrund ihrer täglichen Arbeit und intensiven Beschäftigung mit dem Thema: Getrennt erziehende Väter wollen Verantwortung in der Betreuung ihrer Kinder und für ihre finanzielle Versorgung übernehmen. Jedoch fehlen vielen Vätern schlicht die Mittel, um ihren finanziellen Verpflichtungen vollumfänglich nachzukommen.

Geschuldet sei dies u.a. dem Niedriglohnsektor, der in Deutschland während der SPD-geführten Bundesregierung unter Gerhard Schröder entstand. Ist ein Vater heute in diesem Bereich Vollzeit erwerbstätig, so verdient er monatlich netto ca. 1200 €. Das entspricht der Höhe der Pfändungsgrenze. Bei zwei Kindern wäre er jedoch verpflichtet, mehr als 700 € Unterhalt für seine Kinder zu leisten, wozu er nicht in der Lage ist.

Exportweltmeister – zu welchem Preis?

Deutschland wird regelmäßig Exportweltmeister, auch aufgrund des Niedriglohnsektors. „Zu welchem Preis?“ fragt die IG-JMV. Noch in den 50er-Jahren konnte ein Alleinverdiener in Deutschland mit seinem Gehalt eine ganze Familie ernähren. Heute reiche es vielfach nicht mehr für den Kindesunterhalt.

Die IG-JMV kritisiert das regelmäßige und populistische Väter-Bashing durch die Politik. Sie fordert eine Auseinandersetzung mit den Ursachen der prekären Lage vieler getrennter Eltern. Nachtrennungsfamilien stünden die gleichen steuerlichen Entlastungen zu wie „intakten“ Familien. Aktuell werden getrennte Väter jedoch steuerlich wie Alleinstehende behandelt.

Als besonders ärgerlich bewertet die IG-JMV die Tatsache, dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Ausbleiben von Unterhaltszahlungen zum reinen Männerproblem stilisiert. Dass auch getrennt erziehende Mütter häufig keinen Unterhalt bezahlen, wird verschwiegen.

Die IG-JMV fordert einen offenen, vorbehaltslosen und unideologischen Umgang mit diesem sensiblen Thema. 

Einen Videomitschnitt des Pressegesprächs gibt es auf Youtube.

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