we-can-do-it

Die Angst vor dem Feminismus

Befragt nach dem Grund seiner Zustimmung zu dem seltsamen „Herr Professorin“-Beschluss, antwortete der Senats-Vicechef der Uni Potsdam: „… es hätte sonst Ärger mit Feministinnen gegeben“.

we-can-do-it

Diese seltsame Kapitulation und die fehlende Zivilcourage verblüffen. Es zeigt: Ein Phänomen geht um. Es ist die A n g s t vor Folgen, nicht politisch korrekt zu handeln. Folgen, die nicht nur ein Nasenrümpfen, sondern auch spürbare Folgen für Individuen und Institutionen haben könnten. Das ist neu.

Denn diese Art von gewünschter Korrektheit lässt erahnen, was bei Nichtbefolgen im obigen Falle droht: Diffamierungen und Ähnliches von der Frauenlobby der Universität.

Das ist beileibe kein Einzelfall: Ein MdB begründet mir gegenüber sein Durchwinken von feministischen Texten mit „aus A n g s t vor Diffamierung bzw. Telefonterror“. Mit dem Durchwinken habe er Zeit für wichtigere Dinge gewonnen. Oder Ort der Handlung: Privatwirtschaft. Seit einiger Zeit führen Personalmanager in der Privatwirtschaft vorauseilend die Frauenquote bei ihren Führungskräften ein. Offizielle Begründung: A n g s t vor einer Zwangsquote und entsprechenden Sanktionen für ihr Unternehmen.

Immer mehr Autoren unserer Webseite legen Wert auf absolute Anonymität beim Verfassen möglicher feminismus-kritischer Texte. Die Abhängigkeit von ihrem Arbeitgeber lasse ein „Outing“ nicht zu. Es ist die A n g s t, wegen eventueller antifeministischer Äußerungen Nachteile bei ihrem Arbeitgeber zu erleiden.

Das waren Beispiele, bei denen Individuen wegen politisch unkorrektem Verhaltens eventuelle Nachteile in ihrer Institution oder Firma befürchten. Aber auch die Institutionen selber sind zunehmend Zielscheibe von Drohungen und Diffamierungen. Das sieht so aus:

Radikale, ideologisierte Gruppen zwingen Veranstalter von frauenpolitisch sensiblen Themen zu Sicherheitsmaßnahmen wie Begleitschutz, Identitätskontrollen am Eingang, bis hin zum (gewünschten) Absagen von Veranstaltungen. Auslöser zu solchen prophylaktischen Sicherheitsmaßnahmen ist die A n g s t, die radikalen Gruppen würden ihre Drohungen und Diffamierungen wahr machen. In zwei Fällen wurden die Veranstalter sogar von den jeweiligen Landeskriminalämtern vorab über geplante Aktionen feministischer Randgruppen informiert.

Nach dem Durchlesen von Berichten zu diesen Vorfällen würde ein Normalbürger zur Tagesordnung übergehen, kommentierend: „Glaub ich nicht“ oder „das sind doch nur Einzelfälle“. Letzten Endes sind das verständliche Abwehrreaktionen, denn diese Vorfälle stellen das eigene Selbstverständnis von unserem Staat in Frage. Man fragt sich, ob eine verstärkte Aufklärung der Bundesbürger über solcherlei Vorgänge Empörung und Widerstand gegen solche Entwicklungen in Gang setzen könnte.

Allen Fällen ist eines gemeinsam: Es sind kleine ideologisch geprägte Gruppen, die andere Menschen bzw. Institutionen zu einem Verhalten zwingen, das die Meinungsfreiheit oder die Freiheit des Individuums einschränkt. Diese kleinen Gruppen handeln institutionell, z.B. über Gleichstellungsbeauftragte der Unis oder in Firmen, oder über radikal-feministische örtliche Gruppen. Sie diffamieren, drohen, verkünden Gewaltakte usw.

Irritierend sind die Nicht-Reaktionen der Öffentlichkeit auf solche Vorfälle, die die Meinungsfreiheit einschränken. Seltsamerweise schweigen die (regionalen) Medien sogar über die sichtbaren Fälle von Personenschutz für Vortragende, Sitzblockaden usw. Man hat den Eindruck eines Kartells des Schweigens.

Es gibt allerdings auch Gegenbeispiele für Zivilcourage, das lässt hoffen: Der Präsident der Uni Düsseldorf hat nachweisbaren feministischen Drohungen Widerstand geleistet. Die radikalen Gruppen hatten gefordert, “antifeministische” Fachveranstaltungen abzusagen. Nach gewissen Sicherheitsvorkehrungen fanden die Veranstaltungen per Entscheid des jeweiligen Präsidenten statt.

Ein weiteres Beispiel für Zivilcourage sind Männer eines internen Daimlerblogs. Mit ihrer wahren Namensnennung empörten sie sich konkret über die vorauseilende Einführung der Frauenquote in ihrem Unternehmen, unter Inkaufnahme eventueller persönlicher Nachteile. Sollte das der Nukleus eines Widerstandes sein?

Der Artikel erschien zuerst bei Agens.

Ähnliche Beiträge

  • „Gender“-Theorie?

    In der österrechichen Zeitung „Der Standard“ gelangt man, wenn man in der Suchfunktion „gender“ eingibt, auf eine feministische Seite, die sich „Die Standard“ nennt. So wird man gleich eingestimmt auf das Niveau, das einen hier erwartet. Ich greife unter den verschiedenen Beiträgen den von Sonja Fercher mit dem Titel „Der Kampf gegen das ´andere Geschlecht´“ heraus. Sie meint damit nicht etwa den Kampf der Feministinnen…

  • Bericht zum 3. Männerkongress (19-20 September 2014)

    Um das Ergebnis aus Sicht dieses Autors gleich vorwegzunehmen: Der Kongress war ohne Zweifel ein Erfolg – gemessen an dem Anspruch, fundierte und kritische wissenschaftliche Beiträge zu diversen Aspekten der seelischen Gesundheit von Jungen und Männern zusammenzutragen und einer interessieren (Fach-)Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch war in fast allen Vorträgen eine klare Bemängelung der nicht wirklich gendergerechten Praxis in der gesundheitlichen, politischen und betrieblichen Versorgung und…

  • Männer. Frauen. Menschen

    Wer sich für Geschlechterfragen interessiert, dem empfehle ich den Film „Männer. Frauen. Menschen“. Drei Frauen, zwei Paare und ich wurden interviewt zum Thema: Was läuft in der Geschlechterdebatte schief? Herausgekommen ist ein wundervoller 100-minütiger Dokumentarfilm, der argumentativ in die Tiefe geht und zugleich sehr persönlich ist. Hier geht es zur Website des Films: https://www.männer-frauen-menschen.de/ Ausschnitte aus der Dokumentation „MÄNNER.FRAUEN.MENSCHEN“ https://www.xn--mnner-frauen-menschen-51b.de/res/vid/720/Trailer-Website-c.mp4

  • Immer neue Entmutigungen für junge Männer

    Chancen bedeuten nicht Ergebnisse. Ergebnisgleichheit ist die Feindin der Chancengleichheit und Gleichberechtigung bedeutet nicht Gleichstellung! Wie von Bettina Weiguny am 02. Juni 2012 vollkommen zutreffend konstatiert, steuert unsere Gesellschaft auf „Lauter verlorene Männer“ zu. Die ‚weibliche Brille‘, die uns im Rahmen unserer Sozialisation, die sich am ‚emanzipatorischen Fortschritt‘ orientiert, erziehend aufgesetzt wurde, sorgt dafür, dass wir bei jedweder gesellschaftspolitischen Fragestellung nahezu ausschließlich die Belange von…

  • Die Männerrechtsbewegung – grenzenlos

    In der momentanen Propagandaschlacht gegen die Männerrechtsbewegung werden aus strategischem Interesse die verschiedensten Falschbehauptungen gestreut. Eine besonders beliebte: Die Männerrechtsbewegung sei sehr winzig und umfasse lediglich wenige hundert Mann, weshalb sie eigentlich völlig unwichtig sei und es sich gar nicht lohne, sie in ständig neuen „Expertisen“, Büchern und EMMA-Artikeln zum Thema zu machen. Wenn in etlichen Onlineforen Argumente und Fakten der Männerbewegung angeführt werden, seien…

  • Wozu männliche Monstren und friedliche Frauen gut sind – Margarete Mitscherlichs „Die friedfertige Frau“

    Angenommen, eine psychisch kranke Frau würde in den USA vier Frauen und zwei Männer erschießen – angenommen, sie würde Videobotschaften sowie ein langes Manuskript hinterlassen, in denen sie die mangelnde Aufmerksamkeit von Männern und die Unwürdigkeit anderer, bei Männern erfolgreicher Frauen für ihre Taten verantwortlich macht – und weiter angenommen, diese Verbrechen würden sogleich in wichtigen Massenmedien, aber auch in Blogs und sozialen Netzwerken von…