Bildung

  • Das neoklassische Monopol und seine Konkurrenten

    15. Mai 2014, von Prof. Günter Buchholz Ein Aufstand (welch ein Wort!) der Wirtschaftsstudenten ist es zwar nicht, der von den in der „Gesellschaft für Plurale Ökonomik“ organisierten Studenten ausgeht, aber ein kräftiger Hinweis auf einen bedenklichen Missstand ist es sehr wohl. Eingefordert wird mit Blick auf Wirtschaftstheorien: Vielfalt statt Einfalt!  Konkurrenz statt Monopol! Das ist ein klassischer ordoliberaler Standpunkt, mehr nicht. Aber begründet ist…

  • Frankfurter Buchmesse 2013

    Wenn man gepflegte Unterhaltung sucht, ist ein Besuch der Frankfurter Buchmesse immer zu empfehlen. Der Ehrengast war diesmal Brasilien. Schon die Eröffnungsveranstaltung brachte mit einer Wutrede des brasilianischen Autors Ruffato eine Überraschung: Er tobte angesichts der rassistischen Gesellschaft seines Landes. Auch „lame duck“ Guido Westerwelle zeigte sich rhetorisch in Topform. In seiner Rede erwähnte er, in Brasilien seien 25% der Einwohner unter 15 Jahren alt,…

  • Mit Speck fängt man Mäuse

    Am Donnerstag, 25. Juli 2013 erschien in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (S. 14) ein ausführlicher Bericht über die Personalpolitik an der Universität Hildesheim, deren Schwerpunkt auf der Lehrerausbildung liegt, und zwar unter dem Titel „Uni setzt vermehrt auf Professorinnen“, mit dem Untertitel: „Universität Hildesheim hofft auf Förderung durch Professorinnenprogramm / Bis zu 450 000 Euro jährlich möglich“. „Die Universität Hildesheim ist in der zweiten Phase…

  • Anmerkungen zur 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) – Teil II

    Die institutionelle Stabilität des traditionellen deutschen dreigliedrigen Schulsystems ist wirklich ungewöhnlich. Sie hat ganze historische Epochen überstanden: das deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, das sogenannte „Dritte Reich“, und auch innerhalb der Bundesrepublik hat sich diese Struktur mit kleineren oder größeren Modifikationen bis in die Gegenwart behauptet.   Weder pädagogische Kritik noch ausländische Beispiele besserer schulischer Strukturen haben daran etwas ändern können. Allerdings ist einzuräumen, dass…

  • Die Bedeutung der neoliberalen Transformation des Arbeitsmarktes für das Hochschulstudium

    Hochschulabsolventen bieten in der Regel ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt an, und sie werden schon im Studium darauf trainiert, sich für die Auswahlprozesse der Nachfrager nach Arbeitskraft fit zu machen (Bewerbertrainings). Das verweist darauf, dass am Arbeitsmarkt eine enorme Machtasymmetrie existiert. Die faktische Dominanz der Nachfrageseite zwingt nicht nur Bewerber zur vorausschauenden Anpassung, bis hin zur Unterwürfigkeit, sondern sie greift auf die Anbieterseite und die…

  • Anmerkungen zur 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) [I]

    Wir leben nach wie vor in einer stratifizierten Gesellschaft, d. h. in einer Gesellschaft, die durch die Existenz sozialer Klassen und Schichten konstituiert und geprägt wird. Es können zwei konstituierende Merkmale unterschieden werden: zum einen das Vermögen und zum anderen die Bildung. Die Verteilung des Vermögens ist ausgesprochen ungleich und wird immer noch ungleicher, es konzentriert sich immer stärker bei einer schwindelerregend reichen, quantitativ sehr…

  • Alles beim Alten – Entscheidet wirklich Herkunft über Lebenschancen?

    In Deutschland gibt es u.a. das folgende Ritual: In regelmäßigen Abständen kehren Themen in der öffentlichen Diskussion wieder, werden dort mehr oder weniger breit getreten und verschwinden nach kurzer oder weniger kurzer Zeit wieder in der Versenkung, aus der sie nach einer gewissen Auszeit wieder auftauchen, um abermals breitgetreten zu werden. Übertragen auf Probleme bedeutet dies die regelmäßige “Sensibilisierung” für bestimmte Probleme, und wenn genug…

  • Schichtzugehörigkeit als Ursache schulischer Diskriminierung

    Bekanntermaßen hat das Bildungssystem in Deutschland wie in anderen Ländern das selbstgesetzte Ziel, Schüler individuell nach ihren Neigungen und ihrem Leistungsvermögen zu fördern. So heißt es beispielsweise in Absatz 2 von §1 des Schulgesetzes von Nordrhein-Westfalen: „Die Fähigkeiten und Neigungen des jungen Menschen sowie der Wille der Eltern bestimmen seinen Bildungsweg. Der Zugang zur schulischen Bildung steht jeder Schülerin und jedem Schüler nach Lernbereitschaft und…

  • Aufruf für eine ideologiefreie Wikipedia

    Die deutsche Wikipedia ist von Ideologen unterwandert. Das haben wir bereits in einem Offenen Brief an Jimmy Wales festgestellt. In der letzten Zeit häufen sich zudem die Indizien dafür, dass nicht irgendwelche privaten, sondern von politischen Organisationen finanzierte Ideologen die deutschsprachige Wikipedia benutzen, um ihre Ideologie an den Leser zu bringen, um Leser zu manipulieren und die auf Wikipedia vorhandenen Informationen in der ideologisch gewünschten…

  • Bildung und Chancengleichheit

    Wie die Situation von Studenten aus bildungsfernen Schichten und migrantischen Studenten verbessert werden kann Das früher extern staatlich und intern partizipatorisch gelenkte Hochschulsystem ist seit einem Jahrzehnt unter den vorherrschenden Einfluss von Kapitalinteressen geraten. Das zeigt sich an den Landeshochschulgesetzen und an der Bologna-Reform. Die Lehre ist vereinheitlicht strukturiert und einem Controlling-Verfahren (Akkreditierung und Evaluierung von Studiengängen) unterworfen worden. Dies soll sicherstellen, dass sich die…