Themen

  • Paternalismus: Wir lassen uns nicht herumschubsen

    Der Libertäre Paternalismus will Menschen zu sozialgefälligen Entscheidungen anleiten. Für Sean Collins zeigt sich in der „Anschubs-Theorie“ das pessimistische Menschenbild einer Elite, die sich die Bewältigung der eigentlich wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben nicht mehr zutraut. Als das Buch Nudge [sinngemäß: anschubsen]: Wie man kluge Entscheidungen anstößt [1] im Jahre 2008 im Original erschien, schien es, als handle es sich um einen jener kurzlebigen Bestseller wie Freakonomics…

  • Alter, Tod und Lebenssinn

      Denkt der einzelne Mensch an seinen Tod, so wird ihm die Endlichkeit der eigenen Existenz bewusst und er versucht, sein Leben sinnvoll, eigentlich zu entwerfen – so der Philosoph Martin Heidegger. Das solle umso mehr auf ältere Menschen zutreffen, denn sie setzen sich angesichts des immer näher kommenden Todes mit demselben häufiger auseinander als jüngere Menschen. Doch trifft das auf ältere Menschen wirklich mehr…

  • Evangelisches Männerbasteln (und andere Formen der Hate Speech)

    „Macker sein klappt nicht auf Anhieb. Es gibt da so Übungen.“ Das steht auf der Titelseite einer Zeitschrift, die ich im Urlaub zufällig gelesen habe.  Neben den Sätzen das Bild einer jungen Frau, die einen Mann darzustellen versucht und die sich zu diesem Zweck eine Mütze aufgesetzt hat und böse guckt. Es ist das Titelbild des Magazins chrismon, das von der evangelischen Kirche finanziert und in…

  • Krieger der Freiheit

    Der große Journalist Peter Scholl-Latour ist tot. Welch ein Verlust das ist, kann man leicht bei Betrachtung der traurig-eintönigen Medienlandschaft Deutschlands feststellen. Wenn Scholl-Latour Stellung bezog, musste man seine Ansicht nicht teilen, um zu merken, dass da ein frischer Wind wehte, wo sonst sich nur laue Lüftchen regten. Wo heute nur Platitüden nachgebetet werden, hatte er originelle, überraschende, jedoch stets gut begründete Meinungen. Es ist…

  • Ice, Ice, Baby

    Früher musste die Karriere auf Eis gelegt werden für die Kinder – heute soll es andersherum funktionieren. Was als weiterer emanzipatorischer Schritt gefeiert wird, ist in Wirklichkeit Abzocke, die mit den Ängsten von Frauen spielt. Es wird als Sieg der Frau über ihre eigene Biologie gefeiert und schwappt als Trend gerade aus den USA nach Deutschland: Social Freezing. Frau lässt sich ihre Eizellen in jungen…

  • Diversity kann letztlich nur Individualität bedeuten

    Diversity soll Vielfalt bedeuten. Doch die bestehenden Diversity-Programme orientieren sich nicht an der Vielfalt von Individuen, sondern an der von Kollektiven. In immer mehr Unternehmen und Organisationen werden Diversity-Programme eingeführt. Beispielsweise bei der Deutschen Bahn AG. In einem Interview für das Portal ATKearney361Grad gibt Annette Gräfin von Wedel, Leiterin der Abteilung Diversity Management, Auskunft über das Diversity-Programm des genannten Unternehmens. Unter Diversity versteht sie die…

  • Wie der Liberalismus eine Zukunft hat

    Vom Liberalismus des Besitzbürgers zum Liberalismus des Staatsbürgers. Eine Denkschrift Das Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag, das in den Medien mit viel Spott und Häme kommentiert wurde, legt den Gedanken nahe, dass der Liberalismus in Deutschland tot sei. Allerdings ist die FDP noch in einigen Bundesländern in den Parlamenten vertreten, und sie mag sich wieder erholen. Auch wird die neugegründete AfD vielfach als liberale…

  • Endlich: Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ist mit Gerhard Amendt solidarisch

    Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie ist solidarisch. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Soziologie gerade in einer Erklärung des Vorstands verlautbart. Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie hat also entschieden, dass die Deutsche Gesellschaft für Soziologie solidarisch ist, und zwar mit Soziologen, was schon einmal sehr erfreulich ist, denn in der Vergangenheit hat sich die Deutsche Gesellschaft für Soziologie und ihr Vorstand nicht unbedingt…

  • Brauchen Schulen Dildos? (und andere Kernfragen einer „Sexualpädagogik der Vielfalt“)

    „Das erste Mal ein Kondom überziehen, das erste Mal einen Tampon einführen, das erste Mal Analverkehr.“ Darüber sollten, so wunderte sich Christian Weber im April in der Süddeutschen Zeitung, schon Dreizehnjährige in der Schule „als Gedicht, als Bild, als Skulptur, als Theaterstück, als Sketch“ etwas vorstellen. Jedenfalls, wenn es nach dem Standardwerk zu einer Sozialpädagogik der Vielfalt (dort auf S. 151 ff) ginge, das gemeinsam…

  • Hilft uns der Tod?

    Mit Epikur gegen Heidegger glücklich werden Die Auseinandersetzung mit dem Tod gehört zu den zentralen Themen der Philosophie. Entscheidend ist dabei die Frage, wie der Mensch mit dem Tod umzugehen hat. Denn vom Umgang mit dem Tod hängt die Gestaltung des Lebens ab. Der deutsche Philosoph Martin Heidegger (1889-1976) und der griechische Philosoph Epikur (341 v. Chr.-271 v. Chr.) haben hierzu zwei entgegengesetzte Vorschläge gemacht,…