Wissenschaft

  • Schwätzer-Hijacking

    Wenn das 21. Jahrhundert durch etwas ausgezeichnet ist, dann dadurch, dass das Verhältnis derer, die über etwas reden, im Verhältnis zu denen, die dieses Etwas tun, immer schiefer wird. Überspitzt formuliert leben wir in einem Zeitalter des Schwätzer-Hijackings, in dem es immer mehr selbst ernannte Experten gibt, die von dem, wovon sie Experte zu sein vorgeben, überhaupt keine Ahnung haben, weil sie außer Reden in…

  • Das Geschwafel der Geisteswissenschaftler

    Die Geistes- und Sozialwissenschaften befinden sich in ihrer manieristischen Phase. Manieristische Phasen zeichnen sich aus durch die Verkomplizierung der Ausdrucksmittel, die Verschnörkelung der Gedanken und die Vermischung unterschiedlicher Analyse-Ebenen. Ihr Prinzip ist nicht die Konfusionsvermeidung, also Klarheit, sondern die Konfusionsvermehrung. Die absichtliche Verkomplizierung der Sprache in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist eine weitverbreitete Krankheit. Karl R. Popper, einer der wenigen Philosophen, die klar denken und…

  • Die Angst vor der Objektivität

    Der Begriff der Objektivität ist in Verruf geraten. Postmoderne und feministische Autoren entwickeln ihre Positionen in Abgrenzung zur metaphysischen bzw. absoluten Objektivität. Doch sollten wir deshalb auf Objektivität verzichten? Oder lässt sich ein Begriff von Objektivität finden, der nicht-metaphysisch wäre und an dem sich die wissenschaftliche Forschung orientieren könnte? Allgemeine Begriffsbestimmung von Objektivität „Objektiv“ ist etwas, das unabhängig von erkennendem Subjekt bzw. von subjektivem Für-wahr-Halten…

  • Der Mythos von der „sozialen Konstruktion“

    Und warum sich der Sozialkonstruktivismus sehr gut dafür eignet, Lobby- und Klientelpolitik zu betreiben Der Begriff „soziale Konstruktion“ spielt eine Schlüsselrolle in den Gender Studies. Die Vorstellung, dass das soziokulturelle Geschlecht (Gender) eine soziale Konstruktion sei, wird dort als eine Selbstverständlichkeit betrachtet. Sie bildet das Fundament, auf dem Gender Studies aufgebaut werden, obgleich der Begriff der sozialen Konstruktion dort nicht genauer bestimmt wird. Nach einführenden…

  • Braucht unsere Gesellschaft „Gender Studies“?

    Der Anglizismus „Gender Studies“ bezeichnet in Deutschland faktisch nicht etwa „Geschlechterforschung“, die eine Forschung wäre, die Fragen im Hinblick auf beide Geschlechter und ihr wechselseitiges biologisches, soziales und kulturelles Verhältnis zueinander stellte und dann wissenschaftlich untersuchte, sondern sie ist einseitig Frauenforschung, also Forschung von Frauen über Frauen für Frauen, teilweise sogar nur für kleine Minderheiten von Frauen (Queer Studies). Abgesehen davon, dass m. W. für…

  • Genderisten zitieren Simone de Beauvoir falsch

    Im Gender-Feminismus wird die Auffassung, dass Geschlechter keine natürliche Grundlage haben, sondern alleine kulturell erzeugt wären, stets und nur damit begründet, dass Simone de Beauvoir das einfach so gesagt hätte. Sie wird immer und im Feminismus fast überall mit dem Ausspruch zitiert „Als Frau wird man nicht geboren, zur Frau wird man gemacht.” Das soll die ganze Grundlage des Genderismus sein. Weil das jemand einfach…

  • Die Professur als Billigartikel

    Was jetzt folgt an Anmerkungen zu akademischen Titeln, mag dem einen oder anderen etwas orchideenhaft vorkommen, um nicht zu sagen vollkommen unwichtig. Das stimmt jedoch nicht. Einmal handelt es sich um eine Tradition, die durchaus ehrwürdige und sehr verdienstvolle Seiten hat. Dann aber handelt es sich um die gerade anlässlich der aktuellen Bildungsdebatte wichtige Frage, wie die Universitäten ihr Lehrpersonal rekrutieren. Wie jemand Professor wird,…

  • Hausverstand oder empirische Forschung?

    Unbestreitbar leben wir heutzutage in einer Expertokratie. Das Urteil so genannter Experten ist für politische und individuelle Entscheidungen von höchster Wichtigkeit. In vielen Fällen ist das wohl unvermeidbar, weil etwa technische oder organisatorische Prozesse für den Einzelnen kaum durchschaubar und dementsprechend wenig beurteilbar sind. Dennoch gibt es zahlreiche Streitfragen, die seit Jahrzehnten festgefahren sind. Die Argumente scheinen ausgereizt zu sein, ein Konsens ist nicht in…

  • Sklerose im deutschen Wissenschaftssystem

    Die Politik beeinflusst die deutschen Universitäten zunehmend. Es sei besonders auf die sogenannte Exzellenzinitiative verwiesen. Das hat Auswirkungen auf die Vergabe von Spitzenpositionen, denn immer weniger Universitäten bekommen immer mehr Geld. Das finanzielle Kapital in Form von Drittmitteln ist z. B. in medizinischen Fächern das wichtigste Zuweisungskriterium für eine universitäre Chefstelle.  Dabei stellt sich erstens die Frage, ob es ein fachliches Verdienst ist, viel Geld eingeworben…

  • Schavanplag? Es gibt einen weit schlimmeren Skandal!

    Die Bundesministerin für Bildung und Forschung wird immer noch als eine in diesem Amt relativ erfolgreiche Politikerin bezeichnet. Jetzt wurde in den Medien erst groß berichtet über die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf, dann war ihr Rücktritt ein Titelthema. Aber der eigentliche Skandal bei Annette Schavan ist doch nicht, dass sie vor 33 Jahren in ihrer Dissertation wahrscheinlich plagiiert hat, sondern dass sie…