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Morbus Feminismus: Und täglich grüßt die Doppelmoral

Im akademischen Milieu werden die Rollen des weiblichen Opfers und männlichen Beschützers Tag ein, Tag aus systematisch verhärtet. Statt Gleichberechtigung fördert es aber die geschlechtliche Ungleichheit.

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Der Feminismus ist seit geraumer Zeit der neue, alte Fetisch vieler Medienschaffenden. Was bei den Freudianern die Sexualität war, ist bei den Feministen das Geschlecht. Egal ob Unterhaltungsshow, intellektuelle Lektüre oder Kinderserie, alles wird aus dem Blick der Geschlechterverhältnisse betrachtet, berichtet und interpretiert. Zu diesem intellektuellen Lifestyle-Paket gehört unter anderem die unaufhörliche Präsenz weiblicher Geschlechtsorgane in unterschiedlichen Ausformungen.

Dargeboten werden etwa Kunstausstellungen des weiblichen „Schmuckkästchens“, die einen in die fremden Galaxien „schwarzer Löcher“ entführen, bis hin zu kultähnlichen Treffen zur Feier der eigenen monatlichen Blutungen in „The Red Tent“, „a coachella for our vulvas“, wie auf der eigenen Seite „selbstbeblutet“ getönt wird, sowie für die intellektuell Ambitionierten, die Errichtung abstruser weiblicher Schutzräume. Das Münchener Philosophinnen*Kolloquium, auf dem sich Powerfrauen gegenseitig selbst befeuern, ist so ein selbstgewählter männerfeindlicher Frauenpalast.

„Männer*“ sind zur intellektuellen „Vulvenansammlung“ eingeladen. „Allerdings ist es – im Sinne der Frauen*förderung – den Frauen* vorbehalten, in diesem Rahmen Vorträge zu halten.“ Dieser Satz zeigt: es geht hier um die weibliche Selbstdarstellung in einem kultiviert-intellektuellen Rahmen. Der Mann muss zuhören, die Frau redet. So wie es beide von zu Hause aus kennen.

Doch zurück zum Rudelbluten im als Vulva bemalten „The Red Tent“, das „for menstruating people“ ist und dessen Öffnung nicht nur Frauen, sondern auch Männer betreten dürfen. Obwohl es als Schutzraum für Frauen während ihrer Periode gedacht ist, erweckt die Bewegung beim Durchstöbern der Bilder auf Instagram den Eindruck, als ob es sich um eine Bühne der sexuellen Selbstinszenierung handele. Überall präsentieren sich Frauen, oder ihre blutenden Blumen, in mal mehr, mal weniger obszönen und vulgären Zusammenhängen. Hier eine Vulva mandalaähnlich gezeichnet, dort das Foto eines weiblichen Mittelfingers in einer Blume. Weil es als aktionistisch-spirituelle Kunst verkauft wird, erhält es seine gesellschaftliche Legitimation.

Verehrte der Mann seinen Phallus nur ansatzweise so aufdringlich und obszön in seiner „primitiven“ Männerhöhle wie die „Frau von heute“, mit welch Beleidigungen wäre dieser konfrontiert? Dreckskerl, Deviant oder gar Perversling würde ihm mit großer Wahrscheinlichkeit entgegnet. Den Priesterinnen des Hohetempels „vagina blumus“ jedoch schützt ihre „sakral-anerkannte“ Immunität des Frau-Seins. Sie dürfen sich im weiblichen „Beauty Palace“ ihre monatliche Blutung auf die Fingernägel malen und ihre weibliche Perversität offen zur Schau tragen. Nota bene, Exhibitionismus ist in Deutschland nur für Männer strafbar.

Daher ist die Sache von Seiten des „schönen“ Geschlechts eindeutig. In der durch Programme geförderten Opferrolle mit mehr Rechten, weniger Pflichten und noch weniger Verantwortung, wird „frau“ schwach und stilisiert sich gerne freiwillig als Opfer. Zumal der Prinz in weißer Rüstung sich berufen fühlt den sich selbst benachteiligenden „Cinderellas“ mit lauter Frauenförderprogrammen zu helfen.

Obschon es alte Rollenklischees aufleben lässt, was jede „Cinderella“ in diesem Falle vehement verneinen würde, da sie bevorteilt wird, fühlen sich die Prinzessinnen in ihrer frei gewählten Opferrolle wohl und trachten sogar nach ihr. Die Opferrolle besetzen und sich gleichzeitig als emanzipiert und unabhängig darstellen? Das ist doppelmoralischer als doppelmoralisch.

Das zeigt: wer nicht für sie ist, ist pro forma gegen sie, der Fetisch längst zum morbus feminismus geworden. Zumal die feministischen Immunisierungsstrategien, Übernahme der Opferrolle und das Überstülpen der Täterrolle auf den Mann, so ausgeprägt sind, dass eine Impfung sinnlos wäre. Die Ergänzung des feministischen Altars durch einen männlichen scheint die einzige Antidot. Das Symbol dieser Priesterschaft steht auch schon fest. Der fliegende Phallus.

 

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