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Kampf um Israel – Eric Angerer – eine Rezension von Michael Mansion

Kampf um Israel

von Eric Angerer

eine Rezension von Michael Mansion

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Nicht zuletzt durch die drohende, ja eigentlich Wirklichkeit gewordene Eskalation des Nahost-Krieges auf den Libanon, ist die Politik Israels in den Focus des öffentlichen Interesses gerückt worden.

Vor allem in Deutschland haben dabei pro-palästinensische Demonstrationen, besonders in der Hauptstadt, den Diskurs verschärft und dies erstrangig durch die Präsenz der zugewanderten Muslime, deren genuiner Judenhass hier einen nachgerade militanten Ausdruck findet, eifrig skandiert von einer Linken, die sich als Schutzpatron der vermeintlich kolonialisierten und ewig unterdrückten Palästinenser zu profilieren sucht.

Konflikte rund um Israel

Angerer begreift dies als ein sehr grundsätzliches Problem, dem er einen historischen Abriss voranstellt. Aus diesem wird ersichtlich, dass der Staat Israel sehr wohl ein postkoloniales Konstrukt ist, dessen Evidenz und Selbstverständnis sich jedoch aus den Folgen des UN Teilungsplanes von 1947 einerseits und dem folgenden Krieg arabischer Freischärler und der „Arabischen Befreiungsarmee“ erschließt, die den Teilungsplan ablehnten.

Die jüdische Seite hatte ihn akzeptiert und zur Grundlage der Unabhängigkeitserklärung Israels am 14. Mai 1948 genommen.

In der Folge kam es zu wiederholten Kriegen und auch zu zionistischen Übergriffen, die der Autor kritisch beschreibt.

Dabei sieht er die Welle antisemitischer Gewalt schon Jahre vor der israelischen Staatsgründung im arabischen Raum, wo diese in antijüdischen Pogromen in Syrien, Ägypten und Libyen gipfeln.

Es kam deshalb zu großen Fluchtbewegungen von rund 900 000 Juden aus den muslimischen Ländern. Das habe – so der Autor – zusammen mit den jüdischen Einwanderern aus Europa, die Einwohnerzahl Israels damals fast verdoppelt.

Israelische Friedenspolitik vs. einen politischen Islam

Sehr wichtig sind im Folgenden die Hinweise auf die israelische Friedenspolitik, verbunden mit der Bereitschaft zu großen Gebietsabtritten an die Palästinenser, etwa nach dem Sechstagekrieg von 1967. Dabei ist das klare Nein zu einem wie immer auch gearteten Frieden mit Israel durch die arabische Seite der Schlüssel zu allen weiteren Geschehnissen.

Angerer beklagt die pro-arabischen Mythen im Westen, wie sie sich sowohl in Unkenntnis der historischen Bezüge, als auch in Unkenntnis gegenüber dem Islam und seinem religiös begründeten Expansionismus und kulturellen Herrschaftsanspruch äußern.

Es werde nicht erkannt, dass ein der Moderne zugewandtes Israel für die Werte des westlich konnotierten Freiheitsbegriffes stehe und ihn verteidige.

Dagegen seien Methodik und Ideologie des sich zwingend politisch begreifenden Islam nicht zufällig in der Tradition des NS-Staates befindlich.

Eine muslimische Dominanz breite sich in den europäischen Metropolen und hier vor allem auch in Frankreich aus. Es häufen sich offene Feindseligkeiten. Ablehnung und Verachtung schlage den „Ungläubigen“ entgegen, während der politische Mainstream stets bemüht sei, die Vorkommnisse als Taten gestörter Einzeltäter zu beschönigen.

Im Hinblick auf die Diskussion um Staatsgrenzen verweist Angerer auf viel historisches Unrecht, auf welches viele Grenzziehungen verweisen. Es entstehe jedoch über größere Zeiträume eine Realität, die allenfalls mit neuen Kriegen zu ändern wäre. Mit einem Bezug auf Europa wäre das eine Katastrophe.

Ein frommer Wunsch: die Zweistaaten-Lösung

Eine oft zitierte Zweistaaten-Lösung für Palästina bleibt ein frommer Wunsch vor dem Hintergrund des feindseligen Judenhasses, aber selbst ohne diesen müsste für eine solche Lösung ein demokratisch formierter Diskurs vorausgesetzt werden, von dessen Verwirklichung die arabische Welt weit entfernt ist.

Angerer verweist auf eine ganze Reihe geopolitischer Lösungsmodelle, die allerdings mit den geopolitischen Interessen von Regional- und Großmächten korrespondieren müssten.

Wenn man (wie die deutsche Linke) Israel als Brückenkopf des US-Imperialismus begreift und Teile der arabischen Welt als antikapitalistische Verbündete, dann wird ein Problem deutlich.

Ein sehr viel größeres Problem ist allerdings der Iran, den allenfalls China und Russland ruhig halten können.

Übereinstimmung von Nazis, Muslimbrüdern und Hamas?

Die zentrale Frage könnte lauten: Zu wessen Gunsten sortiert sich die Weltgemeinschaft? Kann die UN zu einem Waffenstillstand beitragen? Wenn der UN Generalsekretär vor einer Gleichsetzung von Hamas und palästinensischer Bevölkerung warnt, so unterstellt ihm der Autor eine unhaltbare Theorie, die er mit Befragungsergebnissen der palästinensischen Bevölkerung stützt.

Israel seinerseits präsentiert den Gaza-Krieg (auch) als Kampf gegen Nazis.

So treffen auf den Islam und dessen Erfahrung mit der westlichen (ökonomisch-technisch-militärischen) Überlegenheit ganz wesentliche Merkmale zu, die eine große Nähe zum Faschismus offenbaren.

Diese Sicht wird u.a. durch die Arbeiten von Hamed Abdel Samad und Hartmut Krauss vertreten, die eine starke weltanschauliche Übereinstimmung von Nazis, Muslimbrüdern und Hamas beschreiben.

Hitlers „Mein Kampf“ sei in Ägypten, im Gazastreifen und in vielen arabischen Ländern so etwas wie ein Longseller.

Angerer zitiert die israelische Botschafterin in Großbritannien im Zusammenhang mit dem Vorwurf (an Israel) die Zivilbevölkerung zu bombardieren. Die Antwort von Frau Tzipi Hotoveli lautet, dass auch die Alliierten 600 000 deutsche Zivilisten getötet hätten, um den Faschismus zu besiegen. Israel gehe wesentlich selektiver vor und die Zivilbevölkerung sei nicht das Ziel. Dies im Gegensatz zu den britischen und US-amerikanischen Bombardements, welche das Ziel hatten, die Zivilbevölkerung zu demoralisieren.

Israels zwischenzeitlicher Rückzug aus Gaza ist stets mit Schwäche gleichgesetzt worden.

Der aggressiv expansive Islam macht politische Lösungen schwierig bis unmöglich.

Der Autor verweist auf die Allgegenwart der Muslimbrüder in der westlichen Welt, wo sie als Dachorganisation der Hamas fungieren. Alleine in Deutschland stehe das Islamische Zentrum München, der Zentralrat der Muslime in Deutschland und die Deutsche Muslimische Gemeinschaft unter der Kontrolle der Muslimbrüder.

Angerer spricht von der größten Gefahr seit Al Kaida oder IS

und er kritisiert die Naivität mit der man dieser international agierenden terroristischen Organisation begegnet.

Für Israel habe sich die angewandte religiöse Offenheit zurückliegend nicht bewährt. Die Islamisierung des Gazastreifens sei eine Folge und die Muslimbrüder sehen im bewaffneten Kampf das einzige Mittel im Umgang mit Israel.

Der Autor spricht vom islamischen Faschismus und unterstellt ihm in seiner Geschichte der arabischen Expansion etwa 100 Millionen Tote.

Seine Ausbreitung in der westlichen Welt und hier nicht zuletzt in Deutschland, hält er für hoch gefährlich, den Kampf dagegen für gerechtfertigt und die Kritik daran (antimuslimischer Rassismus) für dumm und falsch.

Während sich die Globalisten offensichtlich gegen Israel positionieren und Europa seine Werte in der Ukraine verteidigt, wächst der islamische Einfluss im Westen nicht zuletzt durch ein Umschwenken bei der Energiebeschaffung. Es wachsen darüber hinaus aber auch andere Abhängigkeiten mit der Folge wohlfeiler Zugeständnisse an muslimische Länder.
Postmoderner Kulturrelativismus und die EU-Agenda von der „Überwindung der Nationalstaaten“ beschleunigen diesen Prozess.

Angerer begreift den Angriff auf den Nationalstaat als Aktion einer globalkapitalistisch orientierten Elite, von denen seiner Meinung nach zumindest ein Teil auch bereit wäre, Israel zu opfern.

Israel werde in seinem Kampf gegen die islamfaschistische Hamas von seinen westlichen Verbündeten ständig gebremst und behindert.

Die Voraussetzung für seine widerständige Konsequenz, sei seine positive Identität, was auch ein Vorbild für ein kulturvergessenes Europa sein könnte.

Der auch dort auf dem Vormarsch befindliche Islam bedarf einer entschiedenen Zurückweisung, die mit der Verachtung der eigenen Kultur vor allem dort nicht zu leisten ist, wo diese in Selbsthass mündet.

Ein für die aktuelle Debatte um Israel und den Nahen Osten sehr wichtiges Buch von großer analytischer Klarheit.

 


Kampf um Israel
von Eric Angerer

Vorwort/Einleitung u. Vorbemerkung des Autors
202 Seiten / 9 Kapitel
Hintergrund-Verlag

ISBN 978-3-9820336-6-2

 

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Michael Mansion, geboren am 28.05.1943 in Weißenfels (Sachsen Anhalt).
Seit 1945 im Saarland ansässig und aufgewachsen.
Ausbildung zum Zahntechniker und in diesem Beruf bis 1991 tätig.
Ab 1992/93 Wechsel in den Kulturbereich einer stadtnahen Einrichtung als Geschäftsführer.
In den letzten Jahren hauptsächliche Beschäftigung mit gesellschaftlichen und sozialkritischen Themen und Entwürfen vor dem Hintergrund einer als Staatskrise definierten Entwicklung.
Michael Mansion lebt im Saarland in der Gemeinde Wallerfangen.

Bisherige Veröffentlichungen:

Zur Verteidigung des Ressentiments und andere Bösartigkeiten (Kelkel-Verlag)
Unterwegs (Kelkel-Verlag)
Die Gesellschaftliche Wirklichkeit im Spannungsfeld zwischen Erkenntnis und Verweigerung (Selbstverlag)
Guten Tag zusammen (Roman / BoD-Verlag)
Onkel Albert und andere Zeitgenossen (Kurzgeschichten / BoD-Verlag)
Ungeist als Zeitgeist (Essays, Kommentare u. Briefe /BoD-Verlag)
Politische Literatur unserer Zeit (BoD-Verlag)

Zu den Titeln:

„Die gesellschaftliche Wirklichkeit im Spannungsfeld zwischen Erkenntnis und Verweigerung“
„Zur Verteidigung des Ressentiments und andere Bösartigkeiten“, sowie der Titel
„Unterwegs“, können nur noch beim Autor unter mansion.michael@gmx.de bezogen werden.

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