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Lebenssituation junger Männer

Das Lebensgefühl vieler junger Männer ist geprägt von einer tiefen Verunsicherung.

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Paradox sind sowohl die Erwartungen an „männliches“ Verhalten in den unterschiedlichsten Lebensbereichen als auch die Ausübung der „männlichen“ Rolle, deren genuine Existenz oft bestritten, dann ihre peinlich genaue Einhaltung jedoch neuerlich eingefordert wird.

Viele Männer glauben, zu einem „Geschlecht 2. Klasse“ zu gehören und fühlen sich daher zunehmend ungerecht behandelt. Sie sollten sich ihrer Gestaltungsspielräume bewusst werden und erkennen, wie stark die sexuelle wie psychische und letztlich emotionale Abhängigkeit der Frauen von männlicher Zuneigung ist. Zum Fokus maskulistischer Bemühungen gehört die Überwindung von Männerhass und einseitiger Gleichstellungspolitik.

Seit langem beklagt – nicht nur – die geschlechterpolitische Initiative Manndat e. V. die Einseitigkeit, mit der sich Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft geschlechtsspezifischen Problemlagen nähern: Im öffentlichen Raum, den Medien sowie den meisten Institutionen, Behörden und Forschungseinrichtungen sind nur die – vermeintlichen oder tatsächlichen – Belange von Frauen relevant. Während jeder Stein unzählige Male umgedreht wird, wenn auch nur im geringsten zu erwarten ist, dass sich unter ihm eine Benachteiligung von Menschen weiblichen Geschlechts findet (und mit „Fördermaßnahmen“ auch dann nicht gespart wird, wenn, ausnahmsweise, auch beim besten Willen keine „Diskriminierung“ zu erkennen ist), blicken diejenigen, die die Meinungsführerschaft innehaben und die Deutungshoheit im öffentlichen Raum besitzen, auch dann über Schwierigkeiten hinweg, die mehrheitlich Männer treffen, wenn der entsprechende Elefant ihnen buchstäblich auf die Füße steigt. Oder sie kümmern sich – wiederum – vorrangig um die 10 % weiblichen Betroffenen.

Manndat ist jedoch konstruktiv: Statt nur auf die – legitimerweise zu kritisierenden – Zustände hinzuweisen, haben wir uns überlegt, einen Schritt weiterzugehen und die Frage zu beantworten, was denn geschehen muss, um – insbesondere jungen – Männern eine bessere, gelingende Zukunft zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang haben wir uns aus Gründen der Stringenz wie der Lesbarkeit für eine Strukturierung in drei Teile entschieden. Zunächst wird das Lebensgefühl vieler junger Männer der Gegenwart skizziert. Hierauf fundierend wird eine wünschenswerte Vision gezeichnet, um diese in einem weiteren Schritt mit Forderungen zu versehen, die zu erfüllen eine wesentliche Grundlage ist, um die formulierten Wünsche Wirklichkeit werden lassen zu können.

Das Lebensgefühl junger Männer ist geprägt von Verunsicherung

Die Mädchen (und Frauen) führen die Regie, im Leben und bei intersexuellen Interaktionen, privat wie öffentlich; wie in der Einleitung umrissen, ist alles, was diese Gesellschaft im Rahmen des Geschlechterverhältnisses bzw. der -politik tut, unglaublich frauenfokussiert; das spüren immer mehr junge Männer. Zu den populärsten Bewältigungsversuchen zählt die Legitimation der einseitigen Gleichstellungspolitik als Wiedergutmachung/Gerechtigkeit für „Leid“, das „die“ Männer „den“ Frauen historisch und international angeblich zugefügt haben und immer noch zufügen. Pauschal und kollektiv. Täter- vs. Opfergeschlecht. Das herrschende Paradigma trennt die Geschlechter antagonistisch. Eine solche Herangehensweise wie auch die gezogenen Schlüsse („Wiedergutmachtungsnotwendigkeit“) sind natürlich mehr als fraglich, sie sind längst falsifiziert, ethisch verwerflich und zwischenmenschlich gemein. Manndat hat sich dazu bereits vielfach geäußert, z.B. hier und hier.

Folge ist ein wachsendes Unbehagen vieler junger Männer, deren Lebensgefühl inzwischen häufig sehr grundsätzlich davon geprägt wird, der eigenen Wahrnehmung nach ungerecht behandelt zu werden. Empirisch lässt sich oft feststellen, dass der individuelle Eindruck auch nach objektivierbaren Kriterien der Bewertung von Sachverhalten gerechtfertigt ist.

Doch (noch) fehlen Sprachrohre, Stimmen und genügend Einfluss, um diesem Unbehagen ein angemessenes öffentliches Gehör im politischen Diskurs zu verschaffen.

Männer sollten Autoren ihres eigenen Lebensentwurfs sein können

Das Schlüsselanliegen besteht darin, Männer zu den Autoren ihres eigenen Lebensentwurfs werden zu lassen. Eine der entscheidenden Grundlagen dafür ist die Anerkennung der hohen Bedeutung des „Männlichen“ in und für unsere Gesellschaft bzw. die Daseinsumstände in der westlichen Welt samt ihres materiellen wie ideellen Fortschritts im Allgemeinen. Dafür braucht es Respekt vor der Andersartigkeit von Jungen gegenüber Mädchen.

Wünschenswert wäre, wenn sich mehr Männer ihrer Gestaltungsspielräume auch im Verhalten gegenüber Frauen bewusst würden und sie erkennen, wie stark die sexuelle wie psychische und letztlich emotionale Abhängigkeit der Frauen von männlicher Zuneigung ist.

Dies ist ein Pfrund, mit dem sich wuchern ließe – auch, um weit mehr Optionalität und Empathie für den eigenen Lebensweg und schwierige –lagen sowie die eigene Hilfsbedürftigkeit einzufordern.

Unsere Gesellschaft würde weit humaner, wenn wir Männern eine leistungsentkoppelte Wertschätzung zukommen ließen, die Frauen schon immer erhielten – und die Gewissheit, dass sie von weiblichen Individuen geliebt werden, obschon sie keineswegs „perfekt“ sind.

Weg von der permanenten Konkurrenz um Erfolg!

Die Kernforderung mag zunächst irritieren, da sie dem üblichen Klischee entgegensteht, dass Männerrechtler Frauen hassen oder zumindest antifeministisch sind und von „den“ Frauen ständig etwas fordern. Nein, eine wesentliche Verbesserung der Lebenschancen junger Männer für ihre nahe und ferne(re) Zukunft wäre eine grundlegende Verhaltensänderung von Männern untereinander. Wir müssen endlich die – gegenwärtig leider berechtigte – Annahme widerlegen, wonach „Der Mann dem Mann der größte Feind” ist.

Um dieses hehre Ziel zu erreichen, muss die vorhandene Organisation aller gesellschaftlichen Lebensbereiche nach den Prinzipien des Kampfes um Weibchen überwunden werden: weg von der permanenten Konkurrenz um Erfolg, Achtung und Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts. Männer dürfen mehr vom Leben wollen, als Frauen zu versorgen und den Willen ihrer Partnerin zum eigenen zu machen, in vorauseilendem Gehorsam und aus Angst, andernfalls verlassen zu werden.

Es braucht ein entwickelteres Bewusstsein der Männer dafür, dass diese Auseinandersetzungen ihre Kräfte verschleißen sowie die Lebensqualität und -erwartung, zumindest potenziell, drastisch senken.

Zum Fokus maskulistischer Bemühungen – die jeder Mensch in seinem Alltag problemlos mittragen und somit zur Realisierung beitragen kann – gehört die Überwindung von Männerhass und einseitiger Gleichstellungspolitik: Hierzu wiederum zählt eine entschiedene, präzise Begriffsklärung, die Unterscheidung zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung sowie Chancen- und Ergebnisgleichheit. Erst dann kann das außerordentlich und ausschließlich negative Männerbild, mit dem seit Jahrzehnten Millionen von Männern in der westlichen Welt aufgewachsen sind, so ernsthaft wie nachhaltig in Frage gestellt werden, was wiederum eine Grundlage dafür ist, dass in fernerer Zukunft Männer wieder mehr Selbstvertrauen und Rollensicherheit gewinnen, weniger Druck haben, eigene Interessen so selbstbewusst wie selbstverständlich auch gegenüber Frauen artikulieren und vertreten – und auf diese Weise in den unterschiedlichsten Gesellschaftsbereichen gelingender leben können.

Der Artikel erschien zuerst auf MANNdat.

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