Gesellschaft

  • Gutmenschentum und Zynismus

    Es gibt bekanntlich einen manchmal katastrophalen Unterschied zwischen“gut gemeint” – oder der vermeintlich oder tatsächlich guten Gesinnung – und “gut” in einem intersubjektiv begründbaren Sinne sowie, insbesondere, im Sinne der tatsächlichen Folgen. Wer sich dessen nicht bewußt ist und ebenso naiv wie beschränkt auf der persönlichen subjektiven Gesinnung beharrt, um diese zur Geltung zu bringen, der muß anderen, die ebenso berechtigt eine andere subjektive Gesinnung…

  • Pirinçci-Debatte: Jedes Wunder dauert nur drei Tage

    16. Mai 2014 von Prof. Adorján F. Kovács Wie der Ablauf in einem auf Sensationen getrimmten Medienzirkus nun einmal so ist, wird es um Akif Pirinçcis Buch „Deutschland von Sinnen“ langsam ruhiger. Dies kann man auch der Webseite entnehmen, die dem Buch selbst gewidmet ist (die 200 Zuhörer bei der Bonner Autorenlesung waren vielleicht auch nicht der erwartete Andrang). Es lief insgesamt wieder einmal so…

  • Lasst doch mal den Vati ran

    In den Diskussionen um Familienpolitik gehen Väter meistens unter. Warum eigentlich? Am Sonntag war es wieder so weit: Muttertag. Wir haben zwar nach wie vor nicht mehr Rente vom Staat, aber zumindest wieder Blumen von der Familie bekommen und Gebasteltes und kalten Kaffee ans Bett und wir haben uns gefreut. Immer fällt mir dabei eine Zeile aus dem schwedischen Kinderbuch-Klassiker „Hänschen im Blaubeerenwald“ von Elsa…

  • Neues Buch: „Die Beschneidung von Jungen: Ein trauriges Vermächtnis“

    „Die Religionsfreiheit Erwachsener endet an der Körpergrenze von Kindern“ Zwei Jahre nach dem Kölner Urteil hat Prof. Matthias Franz ein neues Buch über die Beschneidung von Jungen geschrieben: „Die Beschneidung von Jungen: Ein trauriges Vermächtnis“ . Die Beschneidungsdebatte scheint noch lange kein Ende zu finden. Die Beschneidung sei in ihrer Tragweite unterschätzt worden. Aus der Buchbeschreibung: „Die Auseinandersetzung um die rituelle, medizinisch nicht begründete Genitalbeschneidung…

  • Wider das Schubladendenken – Wikipedia revisited

    28. März 2014, von Prof. Adorján Kovács Mein Artikel zu den Aktivitäten der „Wikipedia-AufseherInnen“ hat gewisse Früchte getragen. Im Wikipedia-Artikel über Akif Pirinçci wurde der tendenziöse Eintrag zu seiner publizistischen Tätigkeit geändert. Na also, geht doch! Es brauchte zwar eine lange Diskussion, bis sich die Wikipedianer zu dieser Korrektur entschließen konnten, aber insgesamt macht die Diskussion einen recht guten Eindruck. Der oder die pseudonyme JosFritz…

  • Im Billerland – Anmerkungen zu Maxim Billers Tirade in der „Zeit“

    Der Schriftsteller Maxim Biller, der zumindest mit seinem Roman Esra zweifelhaften Angedenkens etwas Leben in die deutsche Literaturszene gepustet hat, wütet dieser Tage in der „Zeit“ gegen die „unglaublich langweilige deutsche Gegenwartsliteratur“. Sie sei wie „der todkranke Patient, der aufgehört hat, zum Arzt zu gehen, aber allen erzählt, dass es ihm gut geht.“ Welche Pathogenese liegt dem nach Meinung Dr. Billers zugrunde? Zählen wir auf,…

  • Sterbehilfe nun für alle

    In Belgien ist jetzt die sogenannte „Sterbehilfe“ ohne Altersbegrenzung erlaubt. Auch minderjährigen Kindern kann auf ausdrücklichen und wiederholten Wunsch, mit Einverständnis der Eltern und nach Prüfung durch Sachverständige (Ärzte) im Falle einer tödlichen Erkrankung und von unerträglichem Leiden ein tödliches Mittel verabreicht werden. Alle Bedingungen müssen erfüllt sein. Die Befürworter argumentieren sicher wahrheitsgemäß, dass solche Kinder durch jahrelanges Leiden so frühzeitig gereift seien, dass sie…

  • Aufgehen in einer Tätigkeit – das Flow-Erlebnis

    Der Zustand des Aufgehens in einer Tätigkeit wird von Psychologen als Flow bezeichnet. Er wird auch als Bestandteil eines erfüllten und glücklichen Lebens angesehen. Ein Schachspieler berichtet: „Wenn das Spiel mich packt, höre ich sozusagen nichts mehr … es gibt nur das Spiel als Gegenstand meines Denkens.“ „Ich bin mir meiner Selbst und meiner Probleme weniger bewusst … es gibt Phasen, in denen ich nichts…

  • Toleranz und ihr verzerrtes Spiegelbild

    EU-Experten für logische Widersprüche und Totalitarismus empfehlen Intoleranz zur Förderung von Toleranz! Vor allem in der Blogosphäre spricht es sich so langsam herum: Die EU hat sich einen Entwurf für ein Statut zur Förderung von Toleranz zu eigen gemacht, das – so kann man dem Statut entnehmen – von einer Reihe von Experten verfasst wurde und das zur Umsetzung in den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU…

  • Der Apfel und seine Feinde

    An einer Stelle fällt Vladimir Nabokov in seinem wunderbaren Buch ‚Erinnerung, sprich‘ aus der Rolle und wendet sich direkt an den Leser, als müsste er dringend etwas klären: Es ist nicht so, dass er gegen den Kommunismus ist, weil der seine Familie um ihr Vermögen gebracht hat, es ist die unmenschliche Gleichmacherei, die ihm so verhasst ist. Wie sieht es hier und heute damit aus?…