Themen

  • Gutmenschentum und Zynismus

    Es gibt bekanntlich einen manchmal katastrophalen Unterschied zwischen“gut gemeint” – oder der vermeintlich oder tatsächlich guten Gesinnung – und “gut” in einem intersubjektiv begründbaren Sinne sowie, insbesondere, im Sinne der tatsächlichen Folgen. Wer sich dessen nicht bewußt ist und ebenso naiv wie beschränkt auf der persönlichen subjektiven Gesinnung beharrt, um diese zur Geltung zu bringen, der muß anderen, die ebenso berechtigt eine andere subjektive Gesinnung…

  • Von der Wehrpflicht zum nächsten Krieg?

    Die 2007 einsetzende und bis heute nicht überwundene globale Finanzkrise, die aufgrund der Theorie des Postkeynesianers Hyman P. Minsky zu erwarten gewesen war, löste ein Déjà-vu-Erlebnis aus, nämlich bezüglich des Schwarzen Freitags der Weltwirtschaftskrise von 1929-32 sowie der nachfolgenden Depression der 30er Jahre bis zum II. Weltkrieg. Die Ähnlichkeiten hängen damit zusammen, dass die ökonomische Entwicklung damals wie heute derselben Logik folgt bzw. folgen muss….

  • Italienischer Entzug

    Mal Hand aufs Herz  – wer nimmt nach 20 Jahren Berlusconismus die italienische Demokratie noch ernst? Die Italiener wohl am allerwenigsten. Da dürfte es auch kaum jemand mehr im Land aufregen, wenn der neue „starke“ Mann im Quirinalspalast, Matteo Renzi, seit Februar im Amt, das Wahlrecht für einen „guten Zweck“ eben mal so zurechtbiegt. Sicher: Von den 72 italienischen EU-Abgeordneten sind bislang nur ein Fünftel…

  • Gleichstellungspolitik und mediale Aushöhlung des Grundgesetzes

    In der ARD wurde am 21. Mai 2014 ein Film über Elisabeth Selbert gezeigt, die sogenannte „Mutter der Gleichstellung“. Im Anschluss daran wurde über die Situation von Frauen in der Sendung PlusMinus diskutiert. Auf der Internet-Seite der ARD findet man auch eine Galerie mit Kommentaren zur Frauenquote. Auch von mir wurde dort ein Kommentar veröffentlicht. Propaganda umgeht die kritische Vernunft oder schaltet sie aus, indem…

  • Der Liberalismus: Das Rätsel eines historischen Erfolges

    Die beste zweitbeste Lösung für alle Ist das Glas eigentlich halb leer oder halb voll? Wenn man seine liberalen Idealvorstellungen mit der Realität vergleicht, dann wird man dazu tendieren, das Glas für halb leer zu halten. Wenn man als liberaler Historiker die reale und nicht geträumte Vergangenheit zum Maßstab für die Gegenwart nimmt, dann kann man gut zu dem Ergebnis kommen, dass das Glas halb…

  • Eine Stimme der Vernunft

    In einem Beitrag auf der Seite der ARD wird wieder mal das Thema „Frauenquote“ diskutiert. Warum eine Frauenquote für die Wirtschaft, von der ca. 200 Frauen aus der Oberschicht profitieren würden, ein wichtiges Thema ist, wird dabei nicht erläutert. Warum berichten die ARD und andere Leitmedien nicht in ähnlicher Häufigkeit und Ausführlichkeit über beispielsweise die Obdachlosigkeit, von der in der BRD Tausende von Menschen, mehrheitlich…

  • Der europäische Irrationalismus des 21. Jahrhunderts

    Kommentar zu Michael Kleins „Grüne Fehlschlüsse gegen rechte Parolen“ 18. Mai 2014, von Prof. Günter Buchholz Die in der öffentlichen Diskussion auf unterschiedlichen Feldern, darunter leider auch der Wirtschaftspolitik, ständig wiederkehrenden Denkfehler sind eines der besorgniserregenden Symptome gesellschaftlicher Fehlentwicklung, die von den davon besonders Betroffenen am allerwenigsten bemerkt wird. Der dadurch verursachte Rationalitätsverlust ist ausgesprochen schädlich. Es breitet sich seit längerer Zeit auf allen Ebenen…

  • Schwätzer-Hijacking

    Wenn das 21. Jahrhundert durch etwas ausgezeichnet ist, dann dadurch, dass das Verhältnis derer, die über etwas reden, im Verhältnis zu denen, die dieses Etwas tun, immer schiefer wird. Überspitzt formuliert leben wir in einem Zeitalter des Schwätzer-Hijackings, in dem es immer mehr selbst ernannte Experten gibt, die von dem, wovon sie Experte zu sein vorgeben, überhaupt keine Ahnung haben, weil sie außer Reden in…

  • Pirinçci-Debatte: Jedes Wunder dauert nur drei Tage

    16. Mai 2014 von Prof. Adorján F. Kovács Wie der Ablauf in einem auf Sensationen getrimmten Medienzirkus nun einmal so ist, wird es um Akif Pirinçcis Buch „Deutschland von Sinnen“ langsam ruhiger. Dies kann man auch der Webseite entnehmen, die dem Buch selbst gewidmet ist (die 200 Zuhörer bei der Bonner Autorenlesung waren vielleicht auch nicht der erwartete Andrang). Es lief insgesamt wieder einmal so…

  • Das Geschwafel der Geisteswissenschaftler

    Die Geistes- und Sozialwissenschaften befinden sich in ihrer manieristischen Phase. Manieristische Phasen zeichnen sich aus durch die Verkomplizierung der Ausdrucksmittel, die Verschnörkelung der Gedanken und die Vermischung unterschiedlicher Analyse-Ebenen. Ihr Prinzip ist nicht die Konfusionsvermeidung, also Klarheit, sondern die Konfusionsvermehrung. Die absichtliche Verkomplizierung der Sprache in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist eine weitverbreitete Krankheit. Karl R. Popper, einer der wenigen Philosophen, die klar denken und…