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Bonner Klimazirkus: The show must go on

Pebs‘ Kolumne: 

Der Ministerpräsident der Fidschi-Inseln, Frank Bainimarama, lud zur 23sten UN-Klimakonferenz nach Bonn ein und alle, alle kamen.

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Man rieb sich ungläubig die Augen und traute kaum seinen Ohren: 25.000 Teilnehmer aus fast 200 Ländern hatten sich ins Rheinland aufgemacht, um über die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommen zu beraten. Bei solch einem Massenandrang war natürlich die ordnende Hand der NGOs dringend von Nöten und die finanziellen Zuwendungen der Umweltlobby höchst erwünscht.

 

Doch aus dem Bonner Treffen wurde nichts rechtes. Handfestes und Konkretes, das der Verringerung der Treibhausgase hätte dienen können, wurde auch  diesmal nicht beschlossen. Außer Spesen nichts gewesen.

Einig waren sich die Tausende von Teilnehmern nur darin, dass es weiter gehen muss –  mit den Konferenzen.  The show must go on.

Es sollte freilich niemand sagen können, dass die Konferenz zu konkreten Beschlüssen nicht fähig gewesen wäre:

So ist die Zahl der Teilnehmerstaaten um weitere Vertretungen sogenannter „indigener Völker“ erweitert worden. Davon gibt es allein in Neuguinea über 1000. Es wird also bei den folgenden Konferenzen noch bunter, größer, schriller werden. Ein echter Gewinn. Die Gastronomie im polnischen Katowice, dem Austragungsort der nächsten UN-Klimakonferenz, kann sich schon mal die Hände reiben.

Zur Deckung der Kosten für die nachfolgenden UN-Klimakonferenzen haben die zahlungsfähigen Mitgliedstaaten und betuchte Sponsoren der Umweltlobby erfreulicherweise 70 Millionen Dollar zugesagt. Das ist doch ein Wort.

Um den Anteil weiblicher Delegierter auf zukünftigen Klimakonferenzen zu erhöhen, wird im Bonner Klimasekretariat der Vereinten Nationen, das von einer Frau geleitet wird, die Stelle einer Frauenbeauftragten eingerichtet. Sie hat darauf zu achten, dass die Frauenquote bei den Konferenzen erhöht und strikt eingehalten wird. Ein wegweisender Beschluss. Auf Sanktionen bei Nichtbeachtung wurde diesmal noch verzichtet. Einschlägige Erfahrungen mit Quotenregelungen können, wie von Seiten des Berliner Umweltministeriums hingewiesen wurde, bei jeder deutschen Stadtverwaltung  eingeholt werden.

Über die Zukunft der UN-Klimakonferenzen braucht sich also niemand Sorgen zu machen. Im Gegenteil: mit mehr farbenprächtiger Folklore und merklich angehobener Damenbeteiligung kann es nur besser werden.

Die Bonner Konferenz war – wie bei der enormen Teilnehmerzahl nicht anders zu erwarten – bienenfleißig. Wie zuvor gab es auch in Bonn unendlich viele Reden, Interviews, Meetings über Meetings, Veranstaltungen jeden Formats, Demonstrationen, Happenings, Gesang und Folklore und sogar ein KKK, ein Klimakinderkarneval auch für Erwachsene, dazu natürlich eine Unmenge von Analysen, Statistiken, Berichte, eine Batterie von Beschlussvorlagen, Entwürfe für allerlei Texte, die auf nachfolgenden Konferenzen unbedingt behandelt werden müssen… Natürlich alles nur Absichtserklärungen, nichts als Absichtserklärungen.

Für zwei Drittel aller weltweiten CO2-Emissionen sind gerade mal 10 Länder verantwortlich: China, die USA, Indien, Russland, Japan, Deutschland, Südkorea, Iran, Kanada und Saudi-Arabien. Wäre es da nicht besser gewesen, Ministerpräsident Bainimarama hätte die 10 größten Klimasünder auf die Fidschi-Inseln eingeladen und sie gebeten, solange zu bleiben, bis sie sich auf wirksame Maßnahmen geeinigt haben? 

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