Themen

  • „Führungsposition“ – ein Unwort in der Wissenschaft

    Das Wort „Führungsposition“ hat sich in allen relevanten Bereichen unserer Gesellschaft fest etabliert. Überall ist von „Führungspositionen“ als dem höchsten Ziel der beruflichen Karriere die Rede. Feministinnen und Frauenpolitikerinnen sehen im Erlangen von „Führungspositionen“ durch Frauen die Vollendung von Emanzipation und Gleichstellung. Auch die Wissenschaft folgt diesem Trend. Es entsteht der Eindruck, eine „Führungsposition“ sei das Wichtigste in der Wissenschaft, das höchste Ziel des Wissenschaftlers….

  • Wikipedia: Sinnstiftung für Ideologen

    Verbale Aufstände fragiler Persönlichkeiten {loadposition jimmy-wales-slider} Die Frage, warum sich Menschen wie verhalten, hat Philosophen und Sozialpsychologen seit Jahrhunderten fasziniert. Unter den Antworten stechen nach meiner Ansicht insbesondere die von Leon Festinger und Stanley Milgram hervor. Milgram hat mit seinen Experimenten gezeigt, dass sich manche Menschen lieber einer Autorität unterordnen, für die sie dann alles zu tun bereit sind (die Betonung liegt auf alles, denn…

  • Die Anti-Wissenschaftler

    Die Zeitschrift „Scientific American” hat einen hochinteressanten Artikel darüber veröffentlicht, wie die zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit in den USA die Demokratie gefährdet.   In den USA wird es für Politiker wohl immer günstiger, leichter und gewinnbringender, sich als wissenschaftsfeindlich auszugeben. Die Ablehnung von Wissenschaft wird zunehmend gesellschaftlich akzeptiert. Während man in den USA in den 50er und 60er Jahren noch in einem übertriebenen Wissenschaftswahn steckte, und alles…

  • Jörg Kachelmann: „Sind Menschenrechte nicht unteilbar?“

    19. Oktober 2012, von Arne Hoffmann Jörg & Miriam Kachelmanns „Recht und Gerechtigkeit“ und das mediale Echo Ich hatte in meinen Blogs immer wieder über das Gerichtsverfahren gegen Jörg Kachelmann berichtet, aber besonders eilig damit, mir sein Buch darüber zu besorgen, hatte ich es offen gesagt nicht. Das lag an vielen Gründen: Durch die intensive mediale Berichterstattung hatte ich den Eindruck, über diesen Prozess jetzt…

  • Freiheitsdebatte: Werdet mündig!

    Der von der Politik in Sonntagsreden gerne beschworene „mündige Bürger“ hat in Zeiten der Eurodauerkrise einen schweren Stand.  Gerade jetzt offenbart sich besonders drastisch, wie wenig unser politisches Führungspersonal noch in seine eigene Urteils- und Handlungskraft vertraut und wie sehr es sich gleichzeitig scheut Verantwortung zu übernehmen. Dabei zeigt die Politikerkaste eine zunehmend offener zu Tage tretende Geringschätzung gegenüber ihrem Souverän: dem Volk – das sich…

  • Lord Byron: Lebewohl

    Dass die Leiden geschiedener Väter auch in der Vergangenheit nicht unbekannt waren, daran möge in der Woche der Frankfurter Buchmesse das folgende erschütternde Gedicht des englischen Romantikers George Gordon Noel, 6th Baron Byron, kurz Lord Byron genannt, in der Übersetzung von Heinrich Heine, erinnern. Er sandte es 1816 seiner Frau Annabella Milbanke, die nach kurzer Ehe mit der gemeinsamen kleinen Tochter zu ihren Eltern geflohen…

  • „Recht und Gerechtigkeit“

    13. Oktober 2012, von Arne Hoffmann, zuerst erschienen auf Genderama Das Kachelmann-Buch und die einstweiligen Verfügungen Ich konnte mir jüngst auf der Buchmesse noch ein Kachelmann-Buch schnappen, bevor dem Heyne-Verlag die einstweilige Verfügung zugegangen war, die ihn vom weiteren Vertrieb von Büchern mit der vollen Namensnennung von Claudia D. abhält. Ob der Verlag gegen einen entsprechenden Beschluss des Landgerichts Mannheim Beschwerde einlegen wird, steht im…

  • Beschneidung: Ignoranz und Sexismus

    Die Beschneidungsdebatte ist geprägt von Ignoranz und Sexismus. Ignoranz in Bezug auf die sexuelle Anatomie des Mannes und in Bezug auf die frauenverachtenden Ursprünge des Amputationsrituals. So kommt es zur Tabuisierung jeglichen Vergleichs von weiblicher und männlicher Genitalverstümmelung. Dieses Tabu ist sexistisch aus Ignoranz, und damit der eigentliche Skandal dieser Debatte. Bis zum Kölner Beschneidungsurteil war ich wie fast jeder der Überzeugung, dass die weibliche…

  • Nicolaus Sombart: Erotik ist Verführung

    Eine intelligente Alternative zum Gender-Mainstreaming Erinnert sich noch jemand? Die Sexualhysterie der deutschen Medien erreichte Mitte letzten Jahres einen Höhepunkt. Das reale alter ego des Herrn Kaiser von der Hamburg-Mannheimer reiste nach dessen Rückzug aus der Werbung ins Gellért-Hotel nach Budapest, wo er mit vielen Kollegen ein (nach Zeugenaussagen: rauschendes) Sexfest feierte. Das eigentlich justiziable Problem lag in der Absetzbarkeit der Kosten. Die beteiligten Wesen…

  • Warum es eine starke Frauen- und eine schwache Männerbewegung gibt

    7. Oktober 2012, von Arne Hoffmann Eine Rezension zu Matthias Stiehlers Buch „Der Männerversteher: Die neuen Leiden des starken Geschlechts“ Derzeit scheint es pro Jahr mindestens ein Buch zu geben, das die männerpolitische Debatte entscheidend voranbringt. War es 2008 Professor Walter Hollsteins „Was vom Manne übrig blieb“ und 2009 die von Paul-Hermann Gruner und Eckhard Kuhla herausgegebene Anthologie „Befreiungsbewegung für Männer“ , überzeugt Dr. Matthias…